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Prinz William: Liebe jenseits von Afrika

Er versuche Swahili zu lernen, weil er Afrika liebe, sagte Prinz William kürzlich in einem Interview. Doch die Liebe scheint weiter zu gehen. Seit zwei Jahren soll er eine Beziehung mit einer 21-jährigen Kenianerin pflegen.

Drei britische Zeitungen haben am Sonntag mit dem Anspruch der Exklusivität berichtet, dass Prinz William verliebt sei. Die "Mail on Sunday", "News of the World" und der "Sunday Express" berichteten übereinstimmend, dass der älteste Sohn von Thronfolger Charles eine Fernbeziehung mit der 21jährigen Jessica Craig aus Kenia habe. Er habe die junge Frau zur Feier seines 21. Geburtstages in der kommenden Woche eingeladen, deren Motto "Jenseits von Afrika" laute.

Während des Sabbatjahres in Kenia verliebt

Die "Mail on Sunday" berichtete, William habe sich im Mai 2001 in Craig verliebt, als er Kenia während seines Sabbatjahres zwischen Schule und Studium besucht habe. Er habe auf der Ranch der Craigs gewohnt. Die "News of the World" wusste darüber hinaus zu melden, dass der Prinz den größten Teil seines viermonatigen Aufenthalts bei den Craigs verbracht habe, die "Mail on Sunday", dass er seitdem drei Mal zurückgekehrt sei und auch Craig mehrmals Großbritannien besucht habe. Vor der Geburtstagsparty werde Craig im Landsitz von Prinz Charles, Highgrove, übernachten und dort auch Williams Großmutter, Königin Elizabeth II., treffen.

William hat inzwischen die Hälfte seines Studiums an der schottischen St.-Andrews-Universität hinter sich. In einem im vergangenen Monat veröffentlichten Interview sagt er, in seiner Freizeit versuche er Swahili zu lernen, weil er Afrika liebe.

Prinz William wird 21

Wer ist der wahre Prinz William? Diese Frage beschäftigt viele Briten, wenn der junge Mann, der eines Tages König werden könnte, an diesem Samstag (21. Juni) 21 Jahre alt wird. "William Wales", wie er sich vorstellt, macht an der Uni sein Frühstück selbst und kauft mit Baseball-Mütze im Supermarkt sein Bier. Zu Hause in den Königspalästen lässt sich der Polospieler und Fußballfan dagegen von Kammerdienern den Morgentee ans Bett bringen. Der "Prinz wider Willen", wie William häufig genannt wird, fühlt sich in seiner seiner Rolle als "Normalbürger" scheinbar ebenso wohl wie in der High Society.

"Es ist unglaublich, wie wenig ernst er sich selbst nimmt", schwärmte Ex-König Konstantin von Griechenland vor kurzem in einer TV-Dokumentation über seinen Patensohn. "William ist in der Lage, die lustigen Seiten des Lebens zu sehen." Vorläufig aber, so die Autorin Ingrid Seward, ist der älteste Sohn von Prinz Charles und Prinzessin Diana vor allem damit beschäftigt, "der Realität und seinem königlichen Schicksal zu entfliehen". William, ein "zutiefst privater Mensch", wolle so lange wie möglich "ein normales Leben" führen.

Eigene Mutter als abschreckendes Beispiel

Als abschreckendes Beispiel für den Prominenten-Status gilt für den Zweiten in der britischen Thronfolge seine eigene Mutter. Der tragische Tod Dianas und ihre gnadenlose Verfolgung durch die Pressefotografen haben bei ihm tiefe Spuren hinterlassen. Kreischende Teenager, die ihn anhimmeln, machen ihn ebenso wütend wie aufdringliche Pressefotografen. Der Prinz, so berichten Insider, kann "durchaus explodieren".

Dem immer stärker werdenden Drängen der Queen, mehr offizielle Rollen für das Königshaus zu übernehmen, widersetzt sich William. Ein von seiner Großmutter geplantes großes Popkonzert zum Geburtstag im Buckingham-Palast lehnte er schlicht ab. Auch den Titel "Seine Königliche Hoheit" will der Prinz als Geburtstagsgeschenk nicht annehmen. Er "hasse" geradezu die Vorstellung, bei der Thronfolge könne wegen der mangelnden Beliebtheit seines Vaters eine Generation übersprungen werden, berichten Insider.

Spekulationen über Eintritt in die Streitkräfte

William hat bisher nicht verraten, was er nach Abschluss seines Kunst-, Geographie- und Anthropologie-Studiums an der schottischen Eliteuniversität St. Andrew’s in zwei Jahren machen will. Über einen Eintritt in die Streitkräfte wird immer wieder spekuliert. Aber der sozial und umweltpolitisch engagierte Prinz hat mehrfach angedeutet, dass seine frühere "Auszeit" in Südamerika bei ihm großes Interesse für Landwirtschaft und Umwelt geweckt hat. Sein soziales Engagement wurde auch durch Diana gefördert, die ihn schon als Elfjährigen mit in Obdachlosenheime nahm.

In krassem Gegensatz zu seiner öffentlichen Schüchternheit gilt William privat als "Partylöwe". Im Kreis seiner Freunde - auf exklusiven Partys oder in den schicken Nachtclubs in Londons Nobelstadtteil Chelsea - bringt William nach Berichten der Boulevardpresse oft ganze Schwärme von Mädchen mit seinen Witzen zum Lachen. Der ausgezeichnete Tänzer, der Bier nur aus der Flasche trinkt, springt nach einer Party schon mal in den Swimmingpool oder entzückt seine Fans mit einer Nachahmung von Michael Jacksons Moon Walk.

"Seine Schüchternheit ist nur ein Deckmantel", wurde eine Kommilitonin in der "Daily Mail" zitiert. Der über 1,80 Meter große Prinz gelte schlechthin überall als "sexy royal pin-up." William seinerseits habe eine Vorliebe für große, schlanke, blauäugige Blondinen. "Er weiß genau, dass er sie alle um den Finger wickeln kann, und mein Gott, es funktioniert", meinte die Studentin.

Im Buckingham-Palast, so die "Mail", wird eine genaue Liste über die jungen Damen geführt, mit denen William verkehrt. Die Queen würde es gerne sehen, dass der Enkel, anders als sein Vater, spätestens mit 30 verheiratet ist. Die Hoffnung, dass die Auserwählte noch Jungfrau sein könnte, habe die Queen schon aufgegeben. William unterdessen soll seinem Vater bereits klar gesagt haben, dass er eine "Selbstaufopferung im Dienste der Pflicht" für nicht mehr zeitgemäß hält. Er will sich seine Frau - und möglicherweise künftige Queen - selbst aussuchen.

Anna Tomforde / DPA