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Prinzen-Prügelprozess: Zeuge bestätigt Faustschläge von Ernst August

Waren es zwei harmlose Ohrfeigen oder doch heftige Faustschläge? Im Prügelprozess gegen Ernst August Prinz von Hannover hat erstmals auch ein Augenzeuge den Angriff des Adeligen auf einen Hotelier in Kenia bestätigt. Demnach schlug der Prinz mit voller Härte zu.

Erstmals hat ein Augenzeuge im Prozess gegen Ernst August Prinz von Hannover dessen Angriff auf einen Hotelier in Kenia bestätigt. Mit zwei Faustschlägen gegen den Brustkorb sei der Hotelier Josef Brunlehner im Jahr 2000 am Strand niedergeschlagen worden, sagte ein damaliger Angestellter der kenianischen Regierung am Mittwoch vor dem Landgericht Hildesheim. Der Täter sei ein weißer Mann gewesen, der mit einer Gruppe mehrerer Männer zuvor an den Strand gekommen sei. Der Mann habe sich über sein am Boden liegendes Opfer gebeugt und es weiter mit Fausthieben bearbeitet, sagte der Zeuge aus. Eine Schlagwaffe in der Hand des Angreifers habe er nicht gesehen. Erst als die Gruppe den weißen Mann wegzogen habe, habe Brunlehner zu einem Boot fliehen können.

Ernst August, der Chef des Welfenhauses, hatte eingeräumt, dem Hotelier im Januar 2000 zwei Ohrfeigen gegeben zu haben. Dafür verurteilte das Landgericht Hannover den Ehemann von Prinzessin Caroline von Monaco 2004 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 445.000 Euro. Nach einem erfolgreichen Wiederaufnahmeantrag des Prinzen wurde das Verfahren jetzt wieder neu aufgerollt. Strittig ist vor allem, wie schwer die Verletzungen des Opfers waren. Die Verteidigung wirft dem Hotelier zudem vor, sein Leiden für die Presse inszeniert zu haben.

Der Augenzeuge der Attacke, der nun vor Gericht aussagte, war damals als Bauingenieur bei dem kenianischen Ministerium für Straßen und öffentliche Arbeiten angestellt, hatte aber nebenbei noch für Brunlehner gearbeitet. Am Tatabend kontrollierte er in dessen Auftrag offizielle Lärmmessungen anderer Regierungsbeamter an dem Strand. Diese waren notwendig geworden, weil sich zahlreiche Hotelgäste und Bewohner luxuriöser Ferienhäuser über den Lärm einer nahe gelegenen Diskothek Brunlehners beschwert hatten.

Der Lärm war auch der Grund für den Angriff von Ernst August. Er hatte in seiner schriftlichen Einlassung erklärt, sich über den Lärm und die Lichtschau der Disco geärgert zu haben und Brunlehner mit den Worten "One for the music and one for the light" lediglich zwei Ohrfeigen verpasst zu haben. Auf der kurzen Flucht zu einer gegenüberliegenden Insel habe sich Brunlehner übergeben und Blut gespuckt, sagte der Augenzeuge. Deshalb habe man sich entschieden "Joe" wieder auf die größere Insel Lamu zurückzubringen und von einem Arzt untersuchen zu lassen. Er selbst habe dann die Polizei verständigt und sei mit den Beamten zum Tatort gegangen, betonte der ehemalige Regierungsangestellte. Bis zu diesem Zeitpunkt habe er aber nicht gewusst, wer der weiße Mann sei.

DPA / DPA