Prozess Freispruch für Kaufmann erwartet


Der Prozess gegen Schauspieler Günther Kaufmann neigt sich dem Ende zu. Am Mittwoch soll das Urteil gesprochen werden. Alles andere als ein Freispruch wäre eine Überraschung.

Im Augsburger Strafprozess gegen den Schauspieler Günther Kaufmann wollen an diesem Dienstag Staatsanwaltschaft und Verteidigung plädieren. Zuvor wird das Gericht im Wiederaufnahmeverfahren um den gewaltsamen Tod des Steuerberaters von Kaufmann die umfangreiche Beweisaufnahme abschließen.

Kaufmann musste sich nach einem falschen Geständnis im ersten Verfahren vor dem Landgericht Augsburg, in dem er zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war, noch einmal wegen schwerer räuberischer Erpressung mit Todesfolge verantworten. Inzwischen sind die wirklichen Täter, drei Männer aus Berlin, zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Experten erwarten einen Freispruch für den Schauspieler.

Keine Beweise für Mittäterschaft

In den bisherigen vier Verhandlungstagen hatten sich keine konkreten Beweise dafür ergeben, dass Kaufmann an dem Verbrechen beteiligt oder über die Tat informiert war. Für die Vermutung des damals ermittelnden Kriminalbeamten, Kaufmann habe von dem Überfall gewusst, konnten keine Beweise vorgelegt werden.

Mittlerweile steht fest, dass Kaufmanns inzwischen gestorbene Ehefrau Alexandra den Überfall auf den Steuerberater im Februar 2001 mit dem Berliner Trio geplant hatte. Dabei war der Steuerberater gefesselt und geknebelt worden und laut Gerichtsgutachten wegen mangelnder Sauerstoffzufuhr erstickt. Der Steuerberater hatte dem Ehepaar Kaufmann umgerechnet rund 400 000 Euro geliehen und wollte zum Zeitpunkt des Überfalls Sicherheiten für diese Schuld. Das Urteil soll am Mittwoch (26. Januar) verkündet werden.

Mit Material von DPA, AP AP

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