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"Ich bin ein Star": Bananenkrieg im Girlscamp

Dschungelcamp, Tag 12: Glatte Fehleinschätzung im Hause Siegel. Die Münchener Terror-DJane versucht, sich als nettes Mädel zu inszenieren. Dabei geht sie schon jetzt als giftigste Schlange in die Camp-Geschichte ein - auch Gundis Zámbó kann keinen Waffenstillstand herbeizaubern.

Von Katharina Miklis

Mit "Rivalinnen" zeigte das ZDF vor einiger Zeit eine Dokumentation über Liebe, Macht, Eifersucht - und berühmte Frauen, die zu Konkurrentinnen wurden. Unter anderen kamen Eva Braun und Magda Goebbels vor, ebenso Prinzessin Diana und Camilla. Gestern lief die gebührenbefreite Schmalspur-Variante der Doku im Privatfernsehen. Austragungsort des Machtkampfes: das RTL-Dschungelcamp. In den Hauptrollen: Giulia Siegel und Gundis Zámbó.

Nicht nur, dass man sich 20 Jahre nach dem Mauerfall im Dschungelcamp wieder um Südfrüchte streitet. Auch die beiden Dschungel-Blondinen bieten sich einen unerbittlichen Machtkampf. Es geht um Respekt, es geht um Ansehen. Und es geht um Bananen.

Klingt banane, ist es aber nicht. Bei den Promis im Busch liegen die Nerven blank. Selbst Camp-Obama Günther Kaufmann ist mittlerweile als Vermittler und Friedensstifter machtlos. Sonja Zietlow bringt es auf den Punkt: Amerikanische Verhältnisse in Australien - Der Busch nervt gewaltig. Günther Kaufmann ist der Lethargie verfallen, und der Thüringer Nico Schwanz hat schon längst zu den Mädels rübergemacht und übt sich als Zicke.

Das kettenrauchende Aufmerksamkeitssyndrom

Das größte Problem ist jedoch Giulia Siegel, die Terror-DJane aus der Münchner Schickeria. Das kettenrauchende Aufmerksamkeitssyndrom in Person. Die mit den Phobien. Den Rückenschmerzen. Den Schlafstörungen. Und dem ewig gleichen leidenden Gesichtsausdruck. Jetzt ist Giulia etwas Neues eingefallen. Seit gestern hat sie eine Fleisch-Phobie. Bitte merken: Giulia ist jetzt Vegetarierin. Eine Banane hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Da bekommt Ingrid van Bergen, 77, doch tatsächlich eine Banane als Fleischersatz. Giulia kocht. Nicht das Possum, dass es zum Abendessen gibt. Sondern innerlich. Der Bananenstreit eskaliert. Siegel am Rande eines (gespielten) Nervenzusammenbruchs: "Warum bekomm ich keine Banane?" Gundis: "Giulia, weil du keine Vegetarierin bist." Giulia: "Aber ihr wisst doch genau, ich esse nur Huhn und Pute und maximal Rind! Ich bin Vegetarierin." Ungläubiges Schweigen.

Ihre Capricen haben der Siegel viele Feinde im Camp eingebracht. Lediglich der Schwanz hängt noch an ihr. Und so bestand Tag zwölf im australischen Busch aus Kalamitäten und Krawall. Ingrid van Bergen: "Vor den Kameras spielt sie sich immer so fürsorglich auf." Günther Kaufmann in Freud'scher Erklärungsnot: "Vielleicht liegt es an ihrer Kindheit..." Van Bergen: "Sie betont immer, sie sei kein verwöhntes, reiches Töchterchen. Aber das ist sie doch. Der berühmte Papi wird ihr doch Taschengeld geben. Oder nicht?" Kaufmann kapituliert: "Vielleicht kann der sie auch nicht leiden!"

"Sie ist einfach krank"

Auch ein klärendes Gespräch mit Camp-Mutter-Theresa Gundis Zámbó führt nicht zum Waffenstillstand. Gerade Giulia Siegel, die nun seit zwölf Tagen ununterbrochen lästert, zickt und stänkert, erwartet von der Gruppe mehr "Ehrlichkeit und Herzlichkeit". Mehr "Wertschätzung" für ihre Person. Trotz dieser Unverfrorenheit nimmt die grundsympathische Gundis sie in den Arm und versucht sich zu vertragen: "Ich schätze dich sehr. Du bist ein tolles Mädchen." Das ist natürlich erstunken und erlogen. Aber die einzige Möglichkeit mit der Siegel umzugehen. Günther Kaufmann bringt es auf den Punkt: "Sie ist - im wahrsten Sinne des Wortes - einfach krank!"

Trotz Aussprache und gespielter Aufmerksamkeit steuern die Camp-Animositäten weiter auf ihren Höhepunkt zu. Dirk Bach sah es voraus: "Mit dem Frieden mit Giulia ist es wie mit den Uhren, die man am Strand kauft. Sie halten nicht lange." Obwohl Gundis im Kakerlakenkübl alle Sterne holt, verdreht Giulia hinter Gundis' Rücken nur die Augen. Im Laufe des Tages verlagert sie dann aber ihren Degout doch auf Ingrid van Bergen. Zámbós entwaffnende Freundlichkeit überfordert die Xanthippe. Ihrem neuen Opfer wirft die 34-Jährige vor, sie hätte sich nach dem langen Fußmarsch bei der Schatzsuche zu wenig um ihr Befinden gesorgt. Die 77-jährige Camp-Älteste kann es nicht fassen. Erst wird ihr die Banane nicht gegönnt, dann muss sie sich um die Wehwehchen und Neurosen dieser eingebildeten P1-Tussi kümmern. "Weiß die eigentlich, was Respekt ist?", tadelt van Bergen, die einzige echte Dame im Camp, konsterniert.

Im Baumhaus verliert sie dann zum ersten Mal die Contenance und bricht in Tränen aus. Van Bergen verkündet ihren Hungerstreik. Doch der Siegel ist das wumpe. Die Empathie, die sie von den anderen einfordert, bringt sie selbst nicht auf. Stattdessen lästert sie vor Nico weiter: "Die lebt hier wie im Hotel, die kriegt alles gebracht, muss nichts machen. Die soll wenigstens mal danke sagen. Respekt vorm Alter? Dass ich nicht lache!"

Zumindest von den Zuschauern bekommt das verwöhnte Töchterchen eine Klatsche: Zusammen mit "Mausi" Lugner steht sie am Ende der Sendung auf der Abschussliste. Gehen muss letztendlich die Österreicherin, von der man vor dem Einzug ins Camp eher das Siegel-Gehabe erwartet hätte. Während der Rest der Gruppe traurig dem Ende der "Sendung mit der Mausi" entgegensieht, kann es Giulia selbst zum Abschied nicht verkneifen: "Und hör' da draußen auch mal zu, wenn man mit dir redet und gackere nicht ohne Ende!"

Auf den Thron der Dschungelkönigin wird es die Siegel - wenn alles mit rechten Dingen zugeht - nicht schaffen. Dafür geht sie als giftigste Schlange in die Geschichte des Dschungelcamps ein. Da haben selbst Caroline Beil und Désirée Nick das Nachsehen.

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