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Besuch von Elizabeth II.: Die Queen-Hysterie nervt!

Während halb Deutschland im Queen-Fieber versinkt und Elizabeth II. zujubelt, ist unser Autor ziemlich genervt von dem Wirbel - und wünscht sich eine baldige Abdankung der Queen.

Ein unroyaler Zwischenruf von Kester Schlenz

Queen Elizabeth II.

Prost: Queen Elizabeth II. und Bundespräsident Joachim Gauck

Ich weiß nicht, was gerade los ist bei uns. Da kommt eine britische Omi zu Besuch, und das ganze Land flippt aus. Sondersendungen, Titelgeschichten. Seriöse Zeitungen diskutieren, wie man sich der Betagten ordnungsgemäß nähert oder sie protokollgemäß anspricht. "Hey, Lizzy, alte Hütte" geht -  soweit ich weiß -  nicht. Ist mir aber auch egal. Was soll die kollektive Hysterie? Nur weil eine steinalte Vertreterin des britischen Hochadels bei uns vorbeischaut, lustlos mit der behandschuhten Flosse winkt und ihren Namen in irgendwelche Goldenen Bücher kritzelt, während ihr Gatte daneben steht und schweigend Löcher in die Luft grinst? Ist aber auch besser so, denn wenn Philip spricht,  sagt er oft seltsame Dinge. So fragte er zum Beispiel im Jahr 2002 bei einem Staatsbesuch australische Ureinwohner, ob sie noch Speere werfen würden.

Zudem hat die Queen ja eigentlich nix zu melden in ihrem Land. Es ist egal, ob wir ihr sagen, dass die Briten auf uns so wirken wie früher in der Schule die arrogante Klassenschöne, die immer eine Extrawust wollte. Außerdem ist Elizabeth keine gute Mutter. Sonst würde sie nicht ihrem Sohn Charles schon seit Jahrzehnten seinen Job vorenthalten. 66 Jahre alt ist der Mann jetzt und muss sich immer noch Prinz nennen. Darunter stellt man sich doch fesche Jünglinge vor und keine Renter, die vergnatzt warten, bis Mutti endlich abtritt. 

Aber die denkt gar nicht daran. Ihre eigene Mutter, Queen Mum, wurde 102. Elizabeth  - die Medizin ist heute weiter - wird diese Marke wohl reißen und noch sehr lange Königin bleiben. So geht das doch nicht. Man muss doch die Kinder auch mal ran lassen. Wäre ich König von Deutschland, dann hätte ich meinem Erstgeborenen Henri jetzt Platz gemacht. "Henri, der Erste" klänge ja auch viel besser als mein wahrscheinlicher Rufname "King Kester, der Bucklige".