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ROYALS: Bombengeschäfte mit gestohlenen Andenken

Kaum ist Diana-Butler wieder zu Hause, drohen neue Enthüllungen: Diebische Angestellte sollen selbst die Fingernägel der Royals verscherbelt haben

Paul Burrell (44), der ehemalige Butler von Prinzessin Diana, ist nach den Wirren um seinen Prozess und den turbulenten Folgen für das britische Königshaus wieder in seiner nordenglischen Heimat. »Ich glaube nicht, dass mein Leben jemals wieder normal wird«, sagte Burrell vor der Presse in Farndon (Cheshire). Unterdessen berichteten britische Sonntagszeitungen in großer Breite über angebliche »Bombengeschäfte«, die Palastdiener mit dem Verkauf von Andenken und Geschenken aus dem Königshaus machen.

»Bombengeschäfte« mit gestohlenen Andenken

Nach einem Bericht der »Sunday Times« wurde eine Brieftasche von Prinz Charles mit königlichem Wappen und dem Motto »Ich diene« von seinem Gärtner für 250 Pfund (400 Euro) »verhökert«. Eine US- Sammlerin sagte der »Mail on Sunday«, ihr seien von einem Mittelsmann sogar schon einmal abgeschnittene Fingernägel von Prinzessin Diana angeboten worden. »Nach dem Tod von Diana ging es richtig los. Die Geier kreisten. Die Schecks, die ich ausschrieb, waren Schwindel erregend«, sagte Alicia Carroll der »Mail«.

Dianas Haarlocken verhökert

Zu den häufig in Zeitungsinseraten angebotenen Memorabilien gehörten laut Carroll unter anderem Dianas Haarlocken, ihre Briefe und Schmuck. »Die Königsfamilie schwieg zu diesem Handel. Nach all dem, was jetzt herausgekommen ist, fragt man sich, ob sie etwas zu verheimlichen hatte«, sagte Carroll, die in Beverly Hills die Andenken verkauft. Die Bediensteten hätten »systematisch gestohlen«.

Sogar dem engsten Vertrauten von Prinz Charles, Michael Fawcett, ist in der Presse vorgeworfen worden, Geschenke, die Charles nicht haben wollte, mit Profit weiter verkauft zu haben. Fawcett hat die Vorwürfe bestritten. Sie sollen aber vom Königshaus untersucht werden. Laut »Mail« hatte der Charles-Vertraute »den Schlüssel zu einem geheimen Raum«, in dem die Geschenke lagen. Sie wurden häufig auch als Dankesgaben an Palastangestellte verteilt.

Kostenloses Mundwasser für Charles

Auch bei der Vergabe königlicher Insignien an Produktehersteller soll Fawcett laut »Observer« eine dubiose Rolle gespielt haben. So sei einem führenden Chemiekonzern das königliche Markenzeichen als »Gegenleistung« für die jährlich kostenlose Lieferung von Charles? Lieblings-Mundwasser verliehen worden, berichtete die Zeitung.

Briten entsetzt vom Königshaus

Nach einer in der »Sunday Times« veröffentlichten Umfrage sind 90 Prozent der Briten der Auffassung, dass die jüngsten Skandale um das Königshaus der Monarchie geschadet haben. 67 Prozent glauben nach der Umfrage des Instituts »YouGov« auch, dass Königin Elizabeth II. in den Burrell-Prozess eingriff, um peinliche Erhüllungen zu verhindern. Dennoch gebe es eine »breite Unterstützung« für die Monarchie, vorausgesetzt, dass sie sich reformiert, heißt es in der Umfrage.

Burrell, der nach einer Intervention der Queen vor zwei Wochen überraschend von der Anklage des Diebstahls von Diana-Andenken freigesprochen worden war, wurde in seinem Heimatort »wie ein Held« empfangen, berichtete die BBC. Im Pub »Farndon Arms« feierte er mit Familie und Freunden die Einstellung des Prozesses.

Butler vermarktet sich

Der Butler war am Samstag von einer Interview-Tour durch die USA zurückgekehrt. Er will sich nach seinen Bekundungen jetzt wieder vermehrt um seinen Blumenladen in Farndon kümmern. Ob ihm das gelingt, ist jedoch fraglich. Denn bei einem Presseauftritt vor seinem stattlichen Haus wurde der inzwischen berühmte Sohn eines Lastwagenfahrers nicht nur von Bodyguards bewacht, auch Reporter des »Daily Mirror« wichen nicht von seiner Seite. Burrell hatte seine »Geschichte« für 300 000 Pfund (480 000 Euro) an die Boulevardzeitung verkauft.

Auch in den USA schloss er mit Fernsehstationen lukrative Verträge über die Rechte an der TV-Dokumentation »Dianas Rock« (Dianas Fels) ab. Burrell fühle sich nun »erleichtert«, sagte sein Sprecher Dave Warwick am Samstag. »Er wird von der Presse gejagt, aber er wird es schon schaffen.«