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Schadensersatz-Klage Nackte Carla Bruni landet erneut vor Gericht


Eine hüllenlose Carla Bruni als Werbung auf einer Einkaufstüte: Das darf nicht ungestraft bleiben. Die Bekleidungsfirma "Pardon" wurde zur Zahlung von 40.000 Euro Schadensersatz an die Frau des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy verurteilt.

Einkaufstaschen mit einem Nacktfoto der Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy sollten den französischen Unternehmer Peter Mertès reich machen. Doch das frühere Top-Model zog vor Gericht. Nun verurteilte das Gericht von Saint-Denis auf der Insel La Réunion Mertès zu 40.000 Euro Schadenersatz. "Die Dummheit ist geschehen", sagte Mertès dem Inselsender dicanoo.tv. "Das kommt mich sehr teuer. Ich hätte nie gedacht, dass mich jemand wegen eines retouchierten Fotos angreifen könnte."

Das Unternehmen ließ 10.000 Tüten mit dem Aktfoto Brunis herstellen und verteilte sie an ihre Kunden. Carla Bruni-Sarkozy klagte daraufhin auf 125.000 Euro Schadensersatz, weil sie die Verwendung des Bildes nicht genehmigt hatte. Es zeigt die Première Dame Frankreichs im Evakostüm, die Scham züchtig mit den Händen bedeckt. Daneben ist eine Sprechblase abgebildet, die Bruni die Worte in den Mund legt: "Mon mec aurait dû m'acheter du Pardon" ("Mein Kerl hätte für mich bei Pardon einkaufen sollen"). Das von einem Gemälde des Neoimpressionisten Georges Seurat inspirierte Foto von Starfotograf Michel Comte aus der Zeit, als Carla Bruni-Sarkozy noch als Model arbeitete, sorgte bereits im Frühjahr für Furore. Das New Yorker Auktionshaus Christie's hatte es damals für 91.000 Dollar an einen Chinesen versteigert. Unternehmer Mertès hatte die Taschen mit dem retouchierten Foto für drei Euro angeboten oder den Kunden beim Kauf eines Produktes mitgegeben. "Ich habe gar keinen Umsatz damit gemacht", versichert er.

Das Gericht erklärte, durch die unautorisierte Reproduktion des Bilds auf der Tüte werde das Recht Bruni-Sarkozys auf ihr Bild verletzt. "Pardon" wird Berufung gegen das Urteil einlegen. "Wir haben die Dummheit begangen, aber 40.000 Euro ist ein sehr hoher Preis", sagte Unternehmenschef Per Mertes nach dem Urteilsspruch. Die Strafe bedrohe die gesamten Expansionspläne des Unternehmens. "Pardon" will eine neue Boutique in Paris aufmachen. Für jede weitere Tüte, die die Firma in Umlauf brächte, müsste sie 100 Euro Strafe zahlen. Noch habe man 5.500 Tüten im Lager, aber diese würden wie gefordert vernichtet, bekräftigte Mertes. Carla Bruni-Sarkozy will das Geld wohltätigen Zwecken spenden.

Es ist nicht das erste Mal, dass der französische Staatspräsident oder seine Gattin vor Gericht ziehen. Im Februar erstattete Nicolas Sarkozy Strafanzeige wegen Verfälschung gegen das französische Onlinemagazin "Nouvelobs.com". Das Portal hatte über eine SMS berichtet, die Sarkozy kurz vor seiner Hochzeit mit Carla Bruni an seine Exfrau Cécilia geschrieben haben soll. Bei einer Verurteilung hätten dem verantwortlichen Journalisten bis zu drei Jahre Haft und eine Geldbuße von 45.000 Euro gedroht. Sarkozy zog die Klage schließlich zurück, nachdem der Journalist sich entschuldigt hatte, weil er einem ungenannten Informanten vertraut hatte.

Im Mai dieses Jahres gewann Sarkozy einen Prozess gegen die Billigairline Ryanair, weil diese unerlaubterweise mit einem Bild von Bruni und Sarkozy warb. Daraufhin klagte das Präsidentenpaar wegen Verletzung des Rechts am eigenen Bild. Ryanair musste Bruni-Sarkozy eine Entschädigung in Höhe von 60.000 Euro zahlen - gefordert hatte sie 500.000 Euro. Nicolas Sarkozy wurde symbolisch mit einem Euro bedacht.

Weniger Erfolg hatte Sarkozy bei seinem Prozess gegen die Firma Tear Prod. Diese hatte im Oktober eine Voodoo-Puppe auf den Markt gebracht, die die Gesichtszüge des französischen Staatspräsidenten trug. Diee Sarkozy-Puppe ist mit vielzitierten Sprüchen des Präsidenten bedruckt, etwa "Mehr arbeiten, um mehr zu verdienen" oder "Hau' ab, Du Idiot. Sarkozy hatte gegen den Verkauf der Puppe geklagt. Nach einem Urteil des Pariser Berufungsgerichtshofes, darf die Puppe zwar weiterhin vertrieben werden, vorausgesetzt sie trägt die Beschilderung: "Die Puppe zu stechen, verstößt gegen die Würde des Präsidenten."

DPA/AP/jum AP DPA

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