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Auszüge aus ihrer Autobiografie: Schwesta Ewa: "Jeder Freier war ein potenzieller Irrer"

Während ihrer Untersuchungshaft hat Schwesta Ewa ein Buch über ihr Leben geschrieben und darin Details offenbart, die erschrecken. 

Schwesta Ewa

Schwesta Ewa wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

Picture Alliance

Bereits der Titel von Schwesta Ewas Autobiografie lässt wenig Raum für Spekulationen: "Enthüllungen - Das Leben fickt am härtesten", heißt das Buch, das die Rapperin während ihrer achtmonatigen Untersuchungshaft geschrieben hat und aus dem die "Bild"-Zeitung nun vorab Auszüge gedruckt hat. Es gibt Aufschluss über das Leben der heute 35-Jährigen - mit all seinen Schattenseiten. 

Schwesta Ewa: Auszüge aus ihrer Autobiografie offenbaren schlimme Details

Wegen 35-facher Körperverletzung und Steuerhinterziehung wurde die gebürtige Ewa Malanda zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wird sie gemeinsam mit ihrer jungen Tochter im Mutter-Kind-Gefängnis absitzen. Wie konnte es dazu kommen, dass aus der Polin erst eine Prostituierte und später eine Zuhälterin wurde? Das versucht die Rapperin in ihrer Autobiografie zu erklären. Sie beginnt mit ihrer Kindheit. "Die ersten Erinnerungen, die ich an mein Leben habe, sind Erinnerungen an die Angst", schreibt sie. Aus Polen floh die Familie nach Kiel. Ewas Mutter habe sie früh zum Klauen angestiftet, verrät die Musikerin. "Meine Mutter zeigte mit dem Finger auf sieben Gegenstände. Rouge, Mascara, Lippenstift, Abschminktücher... ich nahm die Sachen und steckte sie in meine Jackentasche."

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Ihre Mutter sei außerdem gewalttätig gewesen, erläutert Schwesta Ewa. "Bei uns gab es drei Varianten von Mama-Prügelstrafe. Bambusstock-Prügel, Ledergürtel-Prügel und Kabel-Prügel", schreibt sie. 

Erst Prostituierte, dann Zuhälterin

In ihrer Jugend macht Ewa erste Bekanntschaft mit Prostituierten. Diese trifft sie in der Kneipe, in der die damals 16-Jährige arbeitet. "Die Nutten beeindruckten mich am allermeisten. Sie kamen mit Pelzen und Markenklamotten, sie parkten Ferraris vor der Tür und trugen Rolex-Uhren am Handgelenk. Sie schmissen mit dem Geld nur so um sich", verrät sie. "Ich hatte keine Chance, reich zu werden. Außer mit Prostitution."

Mit 18 habe sie dann ihren ersten Freier empfangen - eine eklige Erfahrung, wie sie im Buch erklärt. Über die Jahre als Prostituierte habe sie schlimme Erlebnisse mit ihren Kunden gehabt. "Er zog ein Messer und rammte es mir ins Bein. Mitten beim Sex. Ein anderer hat mir ein Messer in meinen Arsch gesteckt und hochgezogen. Ich habe noch heute eine Narbe davon. Jeder Freier war ein potenzieller Irrer. Und Irre rasten aus. Ob im Auto, im Laufhaus oder sonst wo", erzählt die 35-Jährige.

Schwesta Ewa

Schwesta Ewas Autobiografie "Enthüllungen - Das Leben fickt am härtesten" erscheint am 21. August

Und auch ihre Crack-Sucht thematisiert die Rapperin im Detail. "Ich spürte nicht einmal mehr, wie sehr ich körperlich verfiel. Mir wurde das alles im Nachhinein erzählt. Dass ich mit Fäkalien an den Beinen am Strich stand. Dass meine Zähne verfault wären. Dass ich die Krätze bekam. Dass ich gestunken habe. Ich magerte völlig ab. Wog irgendwann nur noch vierzig Kilogramm. Hatte Abszesse und offene Wunden am ganzen Körper. Ich war kein Mensch mehr. Ich war ein Zombie", sagt sie. Nur weil ihr irgendwann das Geld ausgegangen sei, habe sie aufgehört. 

Polizei kam ihr auf die Spur

Später wird die Polin von Rapper Xatar unter Vertrag genommen. Ewa bringt "Schwätza" raus, ihre erste Single - und feiert direkt Erfolge. Das Ende ihrer Karriere als Prostituierte. In ihrem Buch beschreibt die Musikerin, wie sie wenig später zur Zuhälterin wurde, weil Mädchen angeblich unbedingt für sie anschaffen gehen wollten. "Ich hatte eine Handvoll Mädchen, die ich alle auf den unterschiedlichsten Webseiten anbot", schreibt sie.

Eines der Mädchen sagte später gegen Ewa aus, erzählte, sie sei von ihr zur Prostitution gezwungen worden. "Und so hatte die Polizei längst damit angefangen, den Laden und mich zu observieren. Und dann haben die rausgefunden, wie mein Leben funktioniert. Dass ich viele verschiedene Frauen habe. Sie kommen und gehen und sie arbeiten für mich. Man hat angefangen, mein Telefon abzuhören. Hörte, dass ich auch mal aggressiv wurde. Dass ich die Mädels anschreie. Oder ihnen auch tatsächlich mal eine Ohrfeige gab", offenbart sie. Das Urteil im Juni 2017 lautete zweieinhalb Jahre Gefängnis wegen Steuerhinterziehung und Körperverletzung. Ihre Straftaten versucht Ewa im Buch zu verharmlosen. Sie habe den Mädchen geholfen, meint sie. 

Quelle: "Bild"-Zeitung

ls