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Skandal-Rapperin: 35-fache Körperverletzung: Schwesta Ewa zu Haftstrafe verurteilt

Die Rapperin Schwesta Ewa ist rechtskräftig zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof verwarf am Donnerstag entsprechende Revisionen. Sie soll mehrere Frauen geschlagen und zudem ihre Einkünfte nicht beim Finanzamt angegeben haben.

Schwesta Ewa gericht

Die Rapperin Schwesta Ewa wurde erst kürzlich Mutter 

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Die Skandal-Rapperin Schwesta Ewa ist rechtskräftig zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden und muss möglicherweise erneut hinter Gitter. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf am Donnerstag alle dagegen eingelegte Revisionen. Damit hat ein Urteil des Frankfurter Landgerichts aus dem Jahr 2017 Bestand. Die Sängerin hatte damals zugegeben, mehrere junge Frauen, die für sie als Prostituierte arbeiteten, bei etlichen "Ausrastern" geschlagen und getreten zu haben. Einer der Frauen soll sie in einem Wutanfall mit einem Stöckelschuh eine blutende Wunde am Ohr zugefügt haben. In dem Prozess ging es um mehrere "Prostitutionsreisen", die Schwesta Ewa mit jungen Verehrerinnen aus ihrer Clique unternommen hatte. Das Geschäftsmodell sah so aus, dass die Rapperin, die früher selbst als Prostituierte gearbeitet hatte, alles organisierte. Anschaffen gingen die Frauen. Die Einnahmen wurden geteilt – allerdings am Finanzamt vorbei.

Schwesta Ewa auch der Zuhälterei schuldig?

Das Landgericht hatte Schwesta Ewa, die bürgerlich Ewa Malanda heißt, deshalb 2017 unter anderem wegen 35-facher Körperverletzung und Steuerhinterziehung zu der Gefängnisstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft und eine der Frauen hatten mit ihren Revisionen erreichen wollen, dass die Rapperin auch wegen Zuhälterei und Menschenhandels verurteilt wird.

Sie habe sich bewusst junger Frauen bedient, die Schulden bei ihr hatten und keinen anderen Weg sahen, diese zu tilgen, sagte die Anwältin der Nebenklägerin. Die Frauen hätten auch Vorgaben gehabt, wie viel sie am Tag verdienen mussten.  Allerdings hatten alle vier Frauen ausgesagt, dass sie sich aus freien Stücken zur Prostitution entschlossen hätten. Der BGH hielt den Freispruch in diesen Punkten daher für rechtsfehlerfrei.  Die acht Monate U-Haft werden auf die Haftstrafe angerechnet. Abgesessen werden normalerweise auch nur zwei Drittel der Zeit. Unter besonderen Umständen kann sie sogar um die Hälfte verkürzt werden. Nach dieser Rechnung würde Malanda noch einmal mindestens sechs bis zwölf Monate hinter Gittern verbringen. Erst vor wenigen Wochen war die gebürtige Polin Mutter eines kleinen Mädchen geworden. 

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fk / DPA