STEUER-PROZESS Becker erhält Bewährungsstrafe


Im Prozess um Steuerhinterziehung ist der frühere Tennisstar Boris Becker zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Strafe von 300.000 Euro verurteilt worden.

Der frühere Tennisstar Boris Becker ist wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Das Landgericht München I sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der dreifache Wimbledonsieger dem deutschen Fiskus einen Wohnsitz in München jahrelang verschwiegen und so Steuern in Millionenhöhe hinterzogen habe. Zusätzlich zu seiner Bewährungsstrafe müsse Becker 500.000 Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre Haft gefordert, während Beckers Verteidiger auf maximal zwei Jahre Haft auf Bewährung plädierten.

Die Staatsanwaltschaft hatte Becker angeklagt, von 1991 bis 1993 Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Die Münchener Steuerfahndung hatte in jahrelangen Ermittlungen herausgefunden, dass Becker in dieser Zeit seinen offiziellen Wohnsitz zwar in dem Steuerparadies Monaco gehabt, aber überwiegend im Münchener Nobelstadtteil Bogenhausen gelebt habe. Der 34-Jährige hat dem Finanzamt inzwischen drei Millionen Euro Steuern nachgezahlt.

Als Tennisspieler hat Boris Becker Starruhm erreicht, doch etliche Querelen und Skandale in seinem Privatleben in den vergangenen beiden Jahren haben sein Bild in der Öffentlichkeit angekratzt. Die wichtigsten Lebensdaten:

22.11.1967: Boris Becker wird in Leimen bei Heidelberg geboren.

November 1984: Er verlegt seinen Wohnsitz von Leimen nach Monte Carlo.

07.07.1985: Mit einem Sieg gegen Kevin Curren wird Becker als erster Deutscher im Herren-Einzel und als erster ungesetzter Spieler der jüngste Wimbledonsieger aller Zeiten. Er gewinnt das Turnier noch zwei weitere Male, 1986 und 1989.

11.09.1989: Becker gewinnt als erster Deutscher die US-Open in New York im Finale gegen den Weltranglisten-Ersten Ivan Lendl.

28.01.1991: Zum ersten Mal wird Becker als Nummer eins der Tennis- Weltrangliste geführt, nachdem er am Vortag die Australian Open gewonnen hatte.

07.08.1992: Bei den Olympischen Spielen in Barcelona gewinnt Becker die Goldmedaille im Doppel-Wettbewerb mit Michael Stich.

17.12.1993: Heirat mit Barbara Feltus.

18.01.1994: Geburt des Sohnes Noah Gabriel.

08.12.1996: Gewinn des Grand-Slam-Cups in München gegen Goran Ivanisevic. Es ist Beckers 49. und letzter Turniersieg.

30.06.1999: Nach einer Niederlage im Achtelfinale von Wimbledon gegen den Australier Patrick Rafter beendet Becker seine Karriere als Tennisprofi.

04.09.1999: Geburt des Sohnes Elias Balthasar.

22.03.2000: Geburt seiner unehelichen Tochter Anna Ermakowa. Becker bestreitet zunächst, Vater des Mädchens zu sein. Nach Schlagzeilen trächtigen Auseinandersetzungen um die »Besenkammer- Affäre« erfolgt am 21.03.2001 die offizielle Feststellung seiner Vaterschaft durch ein Zivilgericht in London. Die Mutter des Kindes ist das in London lebende russische Fotomodell Angela Ermakowa.

05.12.2000: Boris Becker gibt die Trennung von seiner Frau Barbara bekannt.

04.01.2001: Aufsehen erregender Prozess um das Sorgerecht für die beiden Becker-Söhne in Miami (US-Bundesstaat Florida). Kurz darauf einigen sich Barbara und Boris außergerichtlich.

15.01.2001: Scheidung von Barbara Feltus durch das Amtsgericht München.

13.06.2001: Beantragung eines Insolvenzverfahrens für das Internet-Portal Sportgate, an dem Becker die Aktienmehrheit hält.

November 2001: Die Staatsanwaltschaft München leitet gegen Becker ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ein.

24.10.2002: Becker wird vom Landgericht München I wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und Geldzahlungen von insgesamt 500.000 Euro verurteilt.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker