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Pop- und Schlagerstar "Da werde ich aggressiv": Thomas Anders teilt gegen Schwurbler und Querdenker aus

Sänger Thomas Anders
Der Sänger Thomas Anders
© Kirsten Nijhof / Picture Alliance
Als Musiker leidet auch der Ex-Modern-Talking-Star unter Lockdown und Corona-Maßnahmen. Zum Querdenker macht ihn die Situation allerdings nicht, ganz im Gegenteil. Die Äußerungen von Kollegen wie Nena oder Xavier Naidoo machen ihn sauer.

Viele Menschen aus vielen verschiedenen Berufsgruppen sind in Deutschland besonders von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Sehr hart hat es auch Künstler und Musiker getroffen, die – wie auch Bühnentechniker, Veranstalter und Co. – seit vielen Monaten praktisch nicht arbeiten können. Das ist für jeden Betroffenen bitter, aber nicht jeder reagiert auf die gleiche Weise auf die schwierige Situation.

So fiel kürzlich erst die Musikerin Nena negativ auf, als sie mit einem Statement in den sozialen Medien die Anti-Corona-Demonstranten in Kassel lobte. Die fragwürdigen Ansichten von ihrem Kollegen Xavier Naidoo sind dagegen schon länger bekannt. In Hamburg schlugen sich auch die Betreiber zweier bekannter Live-Clubs auf die Seite der Querdenker. Doch diesen Meinungen stellen sich viele andere Vertreter der Musikbranche entschieden entgegen. Einer davon ist der Sänger und Musiker Thomas Anders, 58, der als Mitglied von Modern Talking weltbekannt wurde.

Kritisieren ja, Schwurbeln nein

Dass er mit den Schwurblern nichts zu tun haben möchte, heißt allerdings nicht, dass Anders gutheißt, wie langsam beispielsweise das Impfen in Deutschland vorangeht und wie zögerlich die Politik Entscheidungen trifft. "Die Pandemie hat mir gezeigt, dass in Deutschland zuerst alles totdiskutiert wird, bevor etwas passiert. Unser Bürokratieapparat ist so träge, das verstehe ich einfach nicht", kritisiert der Sänger im Interview mit "T-Online". Und: „Künstler waren nicht systemrelevant – allein dieses Wort!" Er beschreibt die Lage vieler Musiker so: "Wir werden von Quartal zu Quartal vertröstet, ohne einen Lösungsweg gezeigt zu bekommen. Das macht ja auch was mit den Menschen, wir sind alle so müde geworden."

Doch auch wenn Thomas Anders reichlich Kritik an der Bundesregierung übt, ist das für ihn kein Grund, zum Verschwörungstheoretiker zu werden. "Ich kann Corona-Leugner nicht verstehen – da werde ich aggressiv. Da fühle ich mich auch als Deutscher persönlich beleidigt. Wenn jemand, der sein Leben lang hier gelebt hat, seine Karriere hier gemacht hat und von den Menschen hier getragen wurde, dieses Land plötzlich als ein Verschwörungsland betitelt, was soll das?", sagt der Musiker. "Wenn euch Deutschland nicht passt, weil ihr findet, eure Freiheit sei eingeschränkt, dann geht. Es läuft hier nicht alles richtig, aber es läuft sehr vieles richtig."

Trotz aller Probleme gab es auch Positives

Anders hat die vergangenen Monate gut genutzt, auch wenn er seit Ewigkeiten keine Live-Konzerte geben konnte. Zusammen mit Florian Silbereisen nahm er 2020 ein Album auf, das es auf Platz eins der Charts schaffte. Erst vor wenigen Tagen erschien zudem ein neues englischsprachiges Solo-Album von ihm: "Cosmic". Den Rest der Zeit verbrachte er mit seiner Frau und seinem Sohn – so viel Zeit habe er früher nie am Stück für die Familie gehabt, so der 58-Jährige.

Quellen:  "T-Online""tz"

wt

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