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Tiger Woods: Boris Becker hat Mitleid mit dem "Tiger"

Die zahlreichen Sexaffären von Golfprofi Tiger Woods erinnern Boris Becker an seine eigene Vergangenheit. In der Sendung "Beckmann" plaudert "Bobbele" über seine Erlebnissse und erklärt, warum er mit dem "Tiger" mitfühlen kann.

Von Isabelle Buckow

Boris Becker kennt sich aus in Sex-Angelegenheiten. Vor allem wenn es um Affären geht, kann der Ex-Tennisprofi das ein oder andere Wörtchen mitreden. Am liebsten vor der Kamera. Da läuft "Bobbele" geradewegs zu emotionalen Hochtouren auf, hat Mitleid mit seinem in Verruf geratenen Leidensgenossen Tiger Woods und gibt weise Beziehungstipps aus der Besenkammer. Klar, Männer müssen zusammen halten. Und was ist schon ein kleiner Seitensprung im Vergleich zu der Schmach, die untreue Ehemänner durch den Medienrummel erdulden müssen? Becker kennt das: "So ging es mir vor zehn Jahren. Ich habe das Gleiche in Grün erlebt, und ich kann mit ihm mitfühlen", fachsimpelt Bum-Bum-Boris. Der Ex-Tennisprofi ist Gast bei "Beckmann", die Talkshow wird heute Abend in der ARD ausgestrahlt.

Da spricht der Experte. Denn wie wir alle wissen: Auch Boris nahm es während seiner Ehe mit Barbara Becker mit der Treue nicht immer so genau. Im Gegensatz zu Golfprofi Tiger Woods legte der heute 42-Jährige bei seinem Seitensprung mit dem Model Angela Ermakova im Jahr 1999 aber weniger organisatorisches Talent an den Tag. Anstatt still und heimlich seiner Lust zu frönen, entschied sich Becker für Blitz-Sex in der Besenkammer. Zumindest besagt das die legendäre Anekdote. In Wirklichkeit ist das natürlich Quatsch. Tatort war nicht die berüchtigte Besenkammer, sondern die Treppe zwischen den Toiletten des Londoner Nobel-Restaurants "Nobu", stellte Becker zehn Jahre später in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender "ITV" klar.

Das Ganze sei auch keine Affäre gewesen, sondern nur "ein Akt von fünf Sekunden". Und überhaupt: Wenn er sich an dem Abend nicht so einsam gefühlt hätte, dann wäre das alles gar nicht passiert. Klingt wie eine Entschuldigung. Und genau das soll es wahrscheinlich auch sein. Für Barbara, die zum Zeitpunkt des Seitensprungs hochschwanger war, machte das keinen Unterschied: Sie packte ihre Sachen, nahm den gemeinsamen Sohn Noah und ging nach Florida. Die Scheidung folgte 2001. Da kommen angesichts des derzeitigen Sex-Skandals um Tiger Woods, der sich offenbar häufig sehr einsam gefühlt hat, bei Becker natürlich Erinnerungen hoch.

"Wie hat er das alles organisiert?"

Erstaunt, sagt Becker, sei er allerdings über die Anzahl der außerehelichen Affären Woods, über die berichtet werde. "Ich war überrascht über die Dimension, die Häufigkeit. Was er da, rein logistisch, alles vertuschen muss. Wie hat er denn das alles organisiert? Der muss ja dauernd das Telefon wechseln und die Spuren verwischen." Klingt fast schon wie ehrfürchtige Anerkennung für Tiger Woods Geschick, seine Ehefrau gleich mit mehr als einem Duzend Damen zu betrügen, während er selbst lediglich auf einen einzigen "Treppen-Absturz" zurückblicken kann.

Aber wie es immer so ist: Am Ende fliegt doch alles auf. Von dem sich anschließenden Eklat werden auch Seitensprung-Experten wie Tiger Woods nicht verschont. Genau wie Angela Ermakova plaudern jetzt nach und nach angebliche Geliebte des Golfprofis öffentlich aus dem Nähkästchen. Und genau wie einst Boris Becker hat Tiger Woods hoch gepokert und verloren: Er hat sein Liebesglück verspielt, seine Frau Elin Nordegren soll nach Informationen von "people.com" sogar die Scheidung einreichen wollen. Ein hoher Preis für ein bisschen Zwischendurch-Sex.

Boris Becker kommt das alles sehr bekannt vor. Ihn selbst hat der Quickie mit Ermakova seine Ehe und sein Privatleben gekostet, aber für Tiger Woods wünsche er sich, "dass er und seine Frau es schaffen, einen gemeinsamen Nenner zu finden, um ihre Ehe weiterzuführen." Das werde allerdings "verdammt schwer", weiß Becker aus eigener Erfahrung zu berichten. "Natürlich kommen von außen immer neue Geschichten dazu. Ob die wahr sind oder nicht, spielt ja gar keine Rolle mehr", sagt der Ex-Sportler.

Doch bekanntermaßen lässt sich aus so ziemlich jeder Affäre irgendwie Profit schlagen. Becker zumindest nutzte die mediale Öffentlichkeit zu seinem Vorteil und machte sich selbst zum König der Selbstinszenierung. Ob im Fernsehen, in Zeitungen oder auf seiner eigenen Internetseite: So unfreiwillig wie Becker vor zehn Jahren im Rampenlicht der Medien stand, so unfreiwillig wird die Öffentlichkeit heute mit Szenen aus seinem Privatleben förmlich bombardiert. Wir sind schon gespannt, wann Tiger Woods das erste Mal in einer Talkshow auspacken wird.


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