Türck-Prozess Im Zweifel für den Angeklagten


Der Vorwurf wog schwer: der TV-Moderator Andreas Türck musste sich vor dem Frankfurter Landgericht wegen Vergewaltigung verantworten. Der Prozess brachte einige Überraschungen mit sich - und fand für Türck ein versöhnliches Ende.

Am 3. August 2005 begann vor dem Frankfurter Landgericht der Prozess gegen den TV-Moderator Andreas Türck. Der 36 Jahre alte frühere Frauenliebling musste sich vor dem Gericht verantworten, weil er auf der Brücke eine junge Frau brutal vergewaltigt haben sollte. Etwas abseits soll der TV-Moderator die Bankkauffrau mindestens einmal mit dem Kopf gegen das Brückengeländer geschlagen und sie anschließend zum Oralverkehr gezwungen haben. In dem Prozess drohten ihm bis zu 15 Jahre Haft. Seine Fernsehkarriere hatte längst einen heftigen Knick erlitten, obwohl er die Tat stets abstritt.

Das mutmaßliche Opfer hatte damals nicht von sich aus die Polizei alarmiert, sondern hatte sich einem Freund per Telefon anvertraut. Das Gespräch war allerdings von Drogenermittlern der Frankfurter Polizei abgehört worden. Als die lauschenden Beamten von der Vergewaltigung erfuhren, mussten sie von Amts wegen ermitteln.

Zweifel an den Aussagen des Opfers

Der Prozess brachte einige überraschende Aussagen hervor: Zwei Gutachter bezweifelten die Glaubwürdigkeit der psychisch labilen Frau: Sie habe sich das nächtliche Ereignis wahrscheinlich in eine Gewalttat uminterpretiert. Ohne die Aussage des Opfers blieben nur wenige und schwache Indizien, nicht zuletzt wegen der zögerlichen Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft. So wurde Andreas Türck am 8. September ist freigesprochen worden. Die 27. Große Strafkammer des Frankfurter Landgerichts unter Vorsitz der Richterin Bärbel Stock folgte damit den Anträgen von Verteidigung und Staatsanwaltschaft.

Talkmaster Türck blieb unbescholten, sein öffentliches Bild als smarter Frauenversteher und Schwiegermutterliebling hat aber möglicherweise schon wegen seiner rüden Sexualpraktiken Kratzer bekommen. Sein früherer Sender ProSieben zeigte sich nach dem Freispruch immerhin gesprächsbereit: "Wenn Andreas Türck weiter im Fernsehen auftreten möchte, werden wir uns gerne mit ihm zusammensetzen", sagte Sendersprecher Christoph Körfer.

DPA/haf DPA

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