Urteil Bewährungsstrafe für Immendorff


Das Landgericht Düsseldorf hat den Maler Jörg Immendorff wegen unerlaubten Drogenbesitzes zu einer Bewährungstrafe von elf Monaten verurteilt. Damit droht Immendorff nunmehr nicht mehr der Entzug seines Lehrstuhls.

Die zwölfte Große Kammer des Landgerichts Düsseldorf hat den sichtlich von einer schweren Nervenkrankheit gezeichneten 59-jährigen Künstler Jörg Immendorff wegen unerlaubten Drogenbesitzes in nicht geringer Menge in einem Fall und in 26 Fällen wegen unerlaubten Drogenbesitzes für schuldig gesprochen.

Verteidiger forderte Bewährungsstrafe von "deutlich" unter einem Jahr

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Gesamtstrafe von elf Monaten auf Bewährung gefordert und als Auflage die Zahlung von 150.000 Euro angeregt. Der Verteidiger Immendorffs hatte auf eine Bewährungsstrafe von "deutlich" unter einem Jahr plädiert.

Die Polizei hatte bei einer Razzia im August 2003 in einem Düsseldorfer Nobelhotel Immendorff mit neun Prostituierten vorgefunden und dort wie auch bei der Durchsuchung seiner Privaträume insgesamt 21,6 Gramm Kokain gefunden. Der Wirkstoffgehalt lag über dem Wert, der gesetzlich noch als Konsumentendosis eingestuft wird. Immendorff, der zu den renommiertesten deutsche Künstlern der Gegenwart zählt, hatte gestanden, 27 Mal zwischen 2001 und 2003 Prostituierte zu Sex-Parties in ein Düsseldorfer Luxushotel bestellt und dabei stets Kokain geschnupft zu haben. Er habe die Drogen aber nie jemandem angeboten. Er habe die Drogen aus "Lebensgier" genommen, um von seiner Krankheit abzulenken, hatte Immendorff vor Gericht erklärt.

Immendorff behält Lehrstuhl an Kunstakademie

Mit diesem Strafmaß droht Immendorff nunmehr nicht mehr der Entzug seines Lehrstuhls an der Düsseldorfer Kunstakademie sowie die Aberkennung seines Beamtenstatus und seiner Pensionsansprüche. Dies wäre im Falle einer einjährigen Haftstrafe der Fall gewesen.

Reuters Reuters

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