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Verschwörungstheorien: Michael Jackson lebt!

Haben Sie heute auch Michael Jackson getroffen? Hat er Ihnen vielleicht die Vorfahrt genommen oder stand beim Bäcker hinter Ihnen? Keine Sorge, mit diesem Problem sind Sie nicht allein.

Eine Glosse von Björn Erichsen

Rick aus Nevada ist fest davon überzeugt, dass er von ihm in einem blauen Cadillac auf der Interstate 80 in Höhe des Städtchens Elko überholt wurde. Und auch Rebekka aus Tampa schwört, dass es Michael Jackson höchstpersönlich war, der an ihrer kleinen Tankstelle eine Zeitung und einige Oreo-Cookies erstanden hat. Selbst ein Deutscher will den "King of Pop" gesichtet haben: "Ich war nur kurz Brötchen holen, da stand auf einmal dieser Mann hinter mir, lange schwarze Haare, Sonnebrille, den Hut tief im Gesicht", schreibt uns Leser Ronny H. aus Eggesin, Mecklenburg-Vorpommern, in einer Mail. "Er hat auf Englisch bestellt, da wurde ich hellhörig. Doch bevor ich reagieren konnte, war er schon wieder verschwunden."

Michael-Jackson-Sichtungen haben derzeit Konjunktur, daran ändert auch dessen bedauerlicher Tod am vergangenen Donnerstag nichts. Ganz im Gegenteil, kurz nach der Todesnachricht waberten schon die ersten Gerüchte durch das Internet: Das mit dem Herzversagen könne so nicht stimmen, da sei bestimmt was faul, und sicher seien höhere Mächte mit im Spiel. Natürlich die üblichen Verdächtigen: FBI, CIA und Mossad, diverse Aliens von dies- und jenseits der Milchstraße, Uri Geller, Bill Gates und - selbstredend unverzichtbar in der Lostrommel, obwohl sie bereits während ihres tatsächlichen Bestehens ein jämmerlich unbedeutender Verein waren - die Illuminaten.

Auf einmal ergibt alles einen Sinn

Ohne zünftige Verschwörungstheorie kommt so ein Promi-Tod, heutzutage einfach nicht mehr aus. "MJAC" heißt die derzeit beliebteste Variante, "

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onspiracy". Im Kern geht es darum: Jacko hatte die Nase voll von seinem miesen Image und den ganzen Schulden, 500 Millionen Dollar sollen es ja sein. Und da hat er einfach seinen eigenen Tod inszeniert und schnell mal eines seiner vielen Doubles für ihn "sterben" lassen. Nun relaxt er an einem geheimen Ort - als Favorit gilt das Südsee-Eiland Bora Bora - und schaut sich an, wie die Welt um ihn trauert und wie besessen seine Platten kauft.

Beschäftigt man sich nur lange genug mit MJAC, ergibt auf einmal alles einen Sinn: Den ominösen Gesundheitscheck seines Konzertversicherers hatte Jackson nur deswegen bestanden, weil er in Wirklichkeit topfit war. Sein Leibarzt Dr. Robert Murray war nur deswegen Donnerstagnacht verschwunden, weil er half, Jackson aus dem Land zu schaffen. Und Jacksons Kinder waren allein deswegen vor einigen Wochen erstmals ohne Maske in der Öffentlichkeit zu sehen, weil es sich ebenfalls um Doppelgänger handelte. In Wirklichkeit warteten Prince Michael I, Paris und Blanket da schon längst auf ihren Papa. Auf Bora Bora, oder bei Ronny in Eggesin, wer weiß das schon.

Nur die ganz, ganz Großen leben weiter

Die Sache mit den Verschwörungstheorien war abzusehen. Ein solcher Megastar wie Jackson darf nicht einfach so an Herzversagen sterben wie jeder x-beliebige Normalverbraucher, da brauch es schon eine kräftige Prise Mythos. Dabei mussten sich allerdings selbst Leute wie JFK, die Monroe oder Lady Di mit der 1b-Variante begnügen, die Umstände ihres Todes waren höchstens "mysteriös" - doch nur die ganz, ganz Großen leben weiter. So wie Michael. Oder Elvis.

Und damit wären wir beim Kern der Sache: Denn was der "King" kann, kann der "King of Pop" schon lange. Jackson war sein Leben lang damit beschäftigt, Elvis nachzueifern, hat sogar in die Presley-Familie eingeheiratet - und der schönen Lisa Marie dereinst ins Ohr geflüstert, wie sehr er sich davor fürchte, dass es ihm einmal genauso ergehen werde wie ihrem Vater. Und nun tritt genau dies ein: Der Medikamentenmissbrauch, die gleichen Diagnosen, der frühe Tod. Wer glaubt da noch an Zufall?

Wir haben die Mail von Ronny inzwischen beantwortet. Unserer Ansicht nach ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass es sich bei der Person in dem Bäckerladen in Eggesin um Michael Jackson handelte. Wir haben Ronny stattdessen empfohlen, erst mal nachzuschauen, ob sich in der Gegend möglicherweise ebenfalls ein rüstiger Rockabilly von etwa 75 Jahren herumtreibt, mit weißem Glitzeranzug und stark ergrauter Tolle. Denn eines steht ja mal fest: Elvis und Jacko verbringen ihre Zeit ab jetzt gemeinsam. Alles andere wäre ja nun wirklich Spinnerei.