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VOLKSFESTE: Kein »O?zapft is«: Oktoberfest beginnt ruhig

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen und mit einem deutlich geringeren Besucherandrang hat in München das Oktoberfest begonnen.

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen und mit einem deutlich geringeren Besucherandrang hat in München das Oktoberfest begonnen. Nach den verheerenden Terroranschlägen in den USA wurde bei dem weltgrößten Volksfest in diesem Jahr auf das übliche Anzapf-Ritual verzichtet. Zum 168. Oktoberfest werden bis zum 7. Oktober mehrere Millionen Besucher erwartet. Die Maß Bier kostet um die 12,80 Mark, das sind rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

»Friedliche Wies'n«

Das größte Volkfest der Welt war in den ersten Stunden deutlich von den schrecklichen Geschehnissen in den USA überschattet: Weit weniger Besucher als sonst drängten sich auf der Wies?n, die Zelte waren selbst eine Stunde nach Öffnung noch nicht vollständig besetzt. In Anwesenheit von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) wünschte Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) den Besuchern in einer kurzen Rede eine »friedliche Wies?n«.

Erstmals seit 1950 ohne Anzapf-Ritual

In der bayerischen Landeshauptstadt hatte es bis zuletzt Diskussionen gegeben, ob das Volksfest angesichts der schrecklichen Ereignisse in den USA nicht abgesagt werden solle. Oberbürgermeister Ude verteidigte bei der Eröffnung erneut die Austragung der Wies?n: »Es gehört zu den schönsten und besten Traditionen Münchens, auch in Zeiten der Trauer und Angst ein Zeichen des Lebensmuts und der Lebensfreude zu setzen.« Nach der Rede Udes stimmte der US-Sänger Albert Humphrey den Blues »Changing Times« (Veränderte Zeiten) an. Erstmals seit 1950 begann das Oktoberfest nicht mit dem traditionellen Anzapf-Ritual. Auch der übliche Einzug der Festwirte auf die Wies?n wurde nach den Terrorakten abgesagt. Der US- Generalkonsul in München, Robert Boehme, bedankte sich bei den Menschen in Bayern für ihre Solidarität mit den Vereinigten Staaten.

»Das Leben geht weiter«, sagte in einem Bierzelt ein 27 Jahre alter US-Amerikaner aus Michigan. »Wir können nicht ständig traurig sein.« Zahlreiche US-Amerikaner hatten unter dem Eindruck der Anschläge ihre geplanten Reisen zur Wies?n wieder abgesagt.

Riesiger Sicherheitsaufwand

Polizei und Beamte des Bundesgrenzschutzes werden an den 16 Wies?n-Tagen mit noch nie da gewesenen Sicherheitsmaßnahmen im Einsatz sein. An den Eingängen zu den Festhallen sollen Taschen und Rucksäcke durchsucht werden. Auch Ordner und das Wies?n-Personal wurden polizeilich überprüft. 1980 erlebte das Oktoberfest seine bislang dunkelste Stunde: Bei der Explosion einer selbstgebauten Bombe kamen auf der Münchner Theresienwiese 13 Menschen ums Leben, unter den Toten war auch der Attentäter, der Rechtsextremist Gundolf Köhler. 210 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

Saufen im »CyberSpace«

Zu dem 168. Oktoberfest wurden 657 Markkaufleute und Schausteller zugelassen, über 80 Gastronomiebetriebe bieten mehr als 150.000 Sitzplätze an. Unter den etwa 80 Fahrgeschäften befindet sich auch die Weltneuheit »CyberSpace«. Bei dieser Achterbahn rasen die Gondeln auf einer Schienenlänge von 420 Metern mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometer aus 20 Meter Höhe kurvenreich in die Tiefe.