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Was macht eigentlich...: ...Erich von Däniken?

Der gelernte Koch landete 1968 mit "Erinnerungen an die Zukunft" einen Bestseller. These: Außerirdische waren vor langer Zeit auf der Erde.

Die Nasa hat Anfang Juli den Kometen "Tempel 1" mit einer Messsonde kollidieren lassen. Man sucht inzwischen hochoffiziell nach Leben im Weltall...

Machen die Vernünftigen schon seit 15 Jahren. Ich habe meinen Skeptikern immer gesagt: Es ist alles nur eine Frage der Zeit - ihr begreift es auch noch.

Seit fast 40 Jahren sind Sie der Guru aller versprengten Esoteriker, Ufologen und Verschwörungstheoretiker.

Ganz und gar nicht. Ich weise sämtliche Spinner dieser Erde klipp und klar zurecht. Hier geht es um Wissen, nicht um Glauben!

Für Ihre Kritiker...

Ach! Die einen kennen mich, die andern können mich. Was den Kern meiner Thesen angeht: Der steht fest. Außerirdische besuchten vor langer Zeit die Erde, nahmen am frühen Menschen eine genetische Manipulation vor und werden irgendwann wieder auftauchen. Sämtliche Kulturen und Religionen aller Zeiten kennen den Wiederkunftsgedanken.

Ursprünglich datierten Sie die Rückkehr der Außerirdischen um das Jahr 4500. Kürzlich haben Sie den Termin auf 2012 vorverlegt - ziemlich flexibel!

Der Termin entstammt nicht meinem mysteriösen Gehirn, sondern dem Kalender der Maya, und der ist hundertprozentig richtig.

Was ist Ihr aktuelles Forschungsprojekt?

Ich darf darüber nicht reden, aber es tut sich Großes. Ich reise in die arabische Welt.

Und bald kommt dann wieder die globale "Dänikenitis"?

Die kommt sowieso. Warten Sie nur den Rummel ab, der um meine Ideen entstehen wird, sobald wir Signale aus dem Weltall empfangen. Oder außerirdische Spuren auf der Erde finden. In spätestens zehn Jahren ist es so weit.

Sie rauchen 80 Zigaretten am Tag. Das wird eng...

Ich bewundere Ihren Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der ist 86, und ihm hat es auch nicht geschadet. Und außerdem geht es ja gar nicht um mich. Es geht um viel mehr. Wir werden Beweise finden, reale Gegenstände. Real - doch nicht irdisch!

Die hatten Sie doch schon mal: Eine von den Indern verehrte, über 1000 Jahre alte Eisenröhre feierten Sie als Beweis, weil das Metall angeblich nicht rostete.

Tja, leider rostet das Miststück inzwischen. Aber es gibt anderes, anderswo. Zum Beispiel in den Kammern im Fundament unter der Großen Pyramide von Kairo. Oder die Überreste der Bundeslade unter der Marienkathedrale der koptischen Kirche in der äthiopischen Stadt Aksum.

Wann reisen Sie hin?

Ich habe zurzeit andere Projekte. Ein neues Buch, weltweite Vortragsreisen, das Engagement für meinen Mystery Park.

Ist es nicht schrecklich, ein Leben lang keine Antworten geben zu können?

Überhaupt nicht. Das Allerschönste für mich ist es, wenn mir ein Kind hier in meinem Park verspricht: Die Nüsse, die Ihnen zu hart waren, die knacke ich, wenn ich erwachsen bin. Das ist doch großartig! Es sind die Fantasten, die die Welt in Atem halten. Nicht die Erbsenzähler.

Und so blicken Sie nachts in den klaren Sternenhimmel der Alpen...

...mit einer Flasche altem Bordeaux unter dem Arm und suche keine Ufos! Das habe ich inzwischen aufgegeben. Irgendwie hauen die immer ab, sobald der Däniken auftaucht.

Interview: Christoph Wirtz / print
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