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WAS MACHT EIGENTLICH...: Manu Schick

In der ersten Big-Brother-Staffel war die Jurastudentin das Hassobjekt der Fernsehzuschauer. Als sie aus dem Container rausgewählt wurde, wartete eine buhende Menschenmenge auf sie.

In der ersten Big-Brother-Staffel war die Jurastudentin das Hassobjekt der Fernsehzuschauer. Als sie aus dem Container rausgewählt wurde, wartete eine buhende Menschenmenge auf sie.

Zur Person:

Die 24-Jährige Manu Schick lebt mit ihrem Freund in Hamburg. Vor zwei Jahren, im Februar 2000, war sie bei »Big Brother« eingezogen, wurde nach 54 Tagen für den Rauswurf nominiert und musste den Container verlassen. Für die meisten Fans draußen war sie die »Zicke« oder »Schlampe«, die den heimlichen BB-Star Zlatko rausgeekelt hatte.

Haben Sie noch Kontakt zu den anderen Bewohnern aus dem »Big Brother«-Haus?

Nur noch zu John und Jona. Die anderen habe ich ewig nicht mehr gesehen. Es war wie eine Urlaubsbekanntschaft. Du schmiedest Pläne für die Zeit danach, doch sobald du wieder zu Hause bist, geht dein eigenes Leben weiter, in dem die anderen wenig zu suchen haben.

Was ist mit Kerstin? Die hat nach Ihrem Rauswurf mit Ihnen das Haus verlassen.

Das war nicht der Freundschaftsbeweis, als der er immer hingestellt wurde. Wir wollten beide raus - schon vor unserer gemeinsamen Nominierung -, ich wäre auch bei ihr mitgegangen. Das war nicht nur Solidarität, sondern auch eine gesunde Portion Eigennutz. Mit Kerstin hat es im Container einfach am besten geklappt, aber unter anderen Umständen wären wir nicht befreundet gewesen.

Wie haben Sie die »Manu raus«-Rufe im Container erlebt?

Ich wusste ja nicht, dass Zlatko mich für seinen Rauswurf verantwortlich gemacht hatte und ich deshalb die »Schlampe« war. Als ich dann rauskam, hatte ich bis zu meinem Auftritt im Fernsehen nur zehn Minuten Zeit. Da habe ich mich mit drei Freundinnen im Klo eingeschlossen, die mir stichwortartig erzählt haben, wie die Leute draußen drauf waren. Und das war schon heftig.

Sie hatten überhaupt keine Ahnung?

Null. Du kommst raus, die Leute von Endemol drücken dir Autogrammkarten in die Hand, und dann rennst du die nächsten Wochen von Termin zu Termin. Da hat mir dann auch Zlatko seinen Freund vorgestellt, der die T-Shirts mit »Manu raus«-Schriftzug und Einschusslöchern für 50 Mark verkaufte.

Werden Sie auf der Straße noch erkannt?

Anfangs war ich für alle »die Manu«, wildfremde Leute begrüßten mich mit Namen. Sogar Guido Westerwelle duzte mich auf dem Presseball. Den hätte ich sonst schon gesiezt.

Wie hat »Big Brother« Ihr Leben verändert?

Ich habe viele Dinge gemacht, für die ich sonst keine Chance bekommen hätte. Ein Jahr lang habe ich als Moderatorin in der »Call TV«-Sendung gearbeitet, ich habe Schauspielunterricht genommen und in einer Doku-Soap mitgemacht. Während meines Studiums habe ich in der »Kerner-Show« gearbeitet - ich servierte den Gästen die Getränke. Plötzlich brachte mir jemand genau in dieser Sendung das Wasser - dieser Rollentausch war schon verrückt. Und ich musste, nachdem ein Radiosender meine Adresse verraten hat, aus meiner Terrassenwohnung ausziehen, weil einige Leute es besonders lustig fanden, mal durch die Fenster zu gucken, ob Manu zu Hause ist.

Studieren Sie noch?

Mein Jurastudium habe ich schon vor BB aufgegeben, wollte für eine Weile als Stewardess arbeiten. Jetzt ergeben sich immer mal wieder kleine Jobs. Als ich im vergangenen Jahr in einem Caf? gejobbt habe, gab es hämische Kommentare, ob ich denn nun doch wieder kellnern müsse.

Und, müssen Sie?

Ich habe durch BB keine Million verdient. Ich wollte beispielsweise nicht durch Deutschlands Discotheken tingeln und mich nachts um 1 Uhr von besoffenen Typen angrölen lassen. Aber ich bin so abgesichert, dass ich mir die Jobs aussuchen kann. Ich stelle gerade meine Bewerbungsunterlagen für den Studiengang Moderationstechnik und Medienpräsentation zusammen und freue mich auf alles, was da noch so kommt.

Interview: Andrea Schaper

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