Tennis-Legende Bum-Bum-Stoa: Wie Boris Becker im Gefängnis die Philosophie entdeckte

Büsten von Seneca und Boris Becker
Der Schüler und sein Meister: Boris Becker studierte im Gefängnis Seneca (l.) und fand zum Stoizismus
© BASHTA; Kirsty O'connor/PA Wire/dpa
Im Knast suchte Boris Becker Rettung bei einer über 2000 Jahre alten Denkschule. Offensichtlich gab sie ihm viel Kraft: Gerade analysiert er als TV-Experte wieder pausenlos Tennis-Matches. Was hat es mit der antiken Wunderlehre auf sich?

So war’s immer schon: Steht dir das Wasser bis zum Halse, müssen die Philosophen ran. Dafür sind sie schließlich da. Jahrelang kannst du Halligalli machen, Jetset, Party, Besenkammer – Riesenspaß ist garantiert. Aber irgendwann kommt die Rechnung, und die große Leere hält Einzug. Dann schlägt die Stunde der Heilslehren.

So war’s auch bei Boris Becker: Seine Betrügereien in einem Insolvenzverfahren hatten ihn vergangenes Jahr schließlich in ein Gefängnis bei London gebracht. Nur 40 Meilen Fußweg entfernt von Wimbledon, wo er dreimal die wichtigste Tennistrophäe gewonnen hatte. Vom heiligen Rasen in die dunklen Verliese Ihrer Majestät. Er war ganz unten angekommen.

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