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USA: Mit Flower-Power gegen die Tristesse – wie ein Florist New York verschönert

Ein riesiger Blumenstrauß, der in einem Mülleimer in New York liegt. Aber den hat niemand weggeschmissen. Ganz im Gegenteil, es ist das Werk eines Floristen, der damit ein Ziel verfolgt: Freude!

Ein Blumenstrauß liegt in einem Mülleimer in New York.

Nein, der Blumenstrauß liegt nicht zufällig im Mülleimer. Dahinter steckt ein New Yorker Florist.

Es ist eine dieser typischen Straßenkreuzungen in New York City. Der Asphalt ist von Rissen gezeichnet. Die weißen Fahrbahn-Markierungen sind verblasst und der Rohrmast der Ampel ist mit Stickern und von Krakeleien übersät. Da ist nichts Glamouröses von dem zu sehen, was die meisten Menschen mit der bekanntesten Metropole der Welt verbinden: Wall Street, Times Square, Wolkenkratzer oder Broadway.

Die Straßen in Big Apple sind in die Jahre gekommen. Jeder, der schon einmal durch Manhattan, Queens oder Brooklyn gelaufen ist, kann das bestätigen. An jener Straßenecke ist dennoch etwas anders. Etwas, was die Tristesse in der Stadt, die nie schläft, belebt: ein Mülleimer.

Wenn ein Mülleimer zu New Yorks schönster Blumenvase wird

Wo sich sonst leere Getränkedosen, Zigaretten-Packungen, Essensreste, Plastikteile und Papier stapeln, ragt ein riesiger Blumenstrauß empor. Pinkfarbene Rosen, zartrosa Tulpen und violette Lilien verleihen dem Straßengrau und der Melancholie des maroden Ortes etwas Einzigartiges.


Hinter dem Blumengruß steckt der New Yorker Florist Lewis Miller. Er will die Menschen einen Moment lang aus ihrem Alltag holen und ihnen eine Freude machen. Deswegen haben sein Team und er in den letzten Monaten Blumensträuße an den unterschiedlichsten Orten der Stadt platziert: in Mülleimern, auf Skulpturen und an Gedenkstätten. Sie nennen es Flower Flashes, Blumen-Farbkleckse.

"Es ist etwas, über das ich schon jahrelang nachgedacht habe", erzählt Miller der "Vogue". "Es ist mein Job, wichtige Momente im Leben meiner Auftraggeber in freudige und langanhaltende Erinnerungen zu verwandeln. Ein ähnliches Gefühl wollte ich den Menschen in New York City vermitteln."

Mit John Lennon und "Imagine" fing alles an

Angefangen hat das Projekt mit der Dekoration des "Imagine"-Mosaiks von John Lennon in den Strawberry Fields im Central Park. "Wir waren wirklich überrascht, wie schnell sich eine Menschenmenge gebildet hatte, die unser Werk bestaunte. Es wurden hunderte Selfies gemacht und auf Instagram geteilt", so der Florist.


Bestätigt von den Reaktionen der Menschen machten Miller und sein Team weiter – und wollen auch vorerst nicht aufhören: "Es ist auf so vielen Ebenen erfreulich. Ich kann zwar nicht sagen, was als Nächstes kommt, aber wir haben Großes vor. Ich möchte das auch in anderen Städten machen: Chicago, Mexico City, Miami, Los Angeles ...", verrät er voller Euphorie. Möge Millers Idee zahlreiche Nachahmer finden.

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rpw