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Gabriele Strehle: "Ich muss mich selbst immer fordern"

Deutsche Designer waren bei der New Yorker Modewoche bisher rar gesät. In diesem Jahr wagte Gabriele Strehle mit ihrem Label "Strenesse" den großen Schritt. Im Interview verrät sie warum.

Mit perfekt geschneiderter, aber unprätentiöser Mode schaffte es Gabriele Strehle aus der Marke Strenesse ein internationales Luxus-Label zu machen. Mit einer sehr transparenten, optimistischen Kollektion debütierte die deutsche Designerin bei der New Yorker Modewoche.

Warum zeigen Sie Strenesse jetzt zum ersten Mal in New York?

Für mich und für Strenesse war das ein logischer nächster Schritt. Ich muss mich selbst immer fordern. Amerika strahlt derzeit einfach mehr Optimismus für mich aus. Obwohl das Land gerade viele Schicksalsschläge hinnehmen muss, sagen sie: Wir halten zusammen. Dieses positive Gefühl habe ich von Anfang an in die Kollektion hineingebracht. Ich wollte mit der Romantik eine Leichtigkeit haben, um den Menschen einen Impuls zu geben. Die Entscheidung, hierher zu kommen war vollkommen richtig. Allerdings waren die letzten Tage vor der Show schon sehr aufregend.

Sie nennen ihre Kollektion "romantischen Minimalismus". Widerspricht sich das nicht?

Nein, für mich nicht. Ich habe lange darüber nachgedacht. Man spricht ja wieder vom Minimalismus. Nach der lauten Farbigkeit und den Drucken, die den Träger fast überdecken, beginnt jetzt wieder eine neue Wertigkeit. Der Minimalismus wie es ihn in den 90er Jahren gab, kommt natürlich nicht wieder zurück, der war einfach zu hart. In den neuen Minimalismus fließen die Träume und Sehnsüchte ein, die wir jetzt alle wieder haben. Und das passt perfekt zu Strenesse, weil da auch immer Brüche und Spannungen drin sind.

Haben sie sich denn auch von New York inspirieren lassen?

Die Stadt ist für alle Nationalitäten offen, für alle Kulturen. Die Stadt ist einfach unglaublich positiv, sie engt einen nicht ein. Man merkt das schon auf der Straße, an den Menschen, die ticken anders. Inspiration kommt von den Menschen um einen herum, da lässt man ganz andere Dinge an sich heran. Das ist für mich das wichtigste. Ich frage mich auch immer: Wo kann ich noch klarer in der Sprache werden? Auch wenn ich nicht viel Zeit in New York hatte - man saugt die Atmosphäre schon auf. Designer-Augen sind ja geschult, und als Kreativer ist man immer neugierig.

sternblog: Premiere für Strenesse und jede Menge Klatsch

DPA / DPA