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Schlingensiefs Witwe über das Operndorf: "Christoph hätte alles anders gemacht"

Aino Laberenz hat ein Dorf geerbt. Aber nicht irgendeines: Die Witwe von Christoph Schlingensief führt das Operndorf in Burkina Faso fort. Und zwar mit viel Herz, Mut und Einsatz. Ein Blick in ihr Fotoalbum.

Aino Laberenz und Christoph Schlingensief

Fast fünf Jahre ist es her, dass der Künstler Christoph Schlingensief starb und seiner Frau etwas Großes hinterließ: ein Operndorf in Afrika. Aino Laberenz, damals gerade 29 Jahre alt, übernahm das Projekt als Geschäftsführerin und versucht seither, Schlingensiefs Vision zum Leben zu erwecken. "Ich habe auf jeden Fall gelernt, dass vieles möglich ist und man einfach machen muss," sagt sie dem stern.  Und das hat sie getan. Ein Blick in ihr Fotoalbum.

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Dorf geerbt. Aber nicht irgendein Dorf, nein: ein Operndorf, noch mitten in der Entstehung und das in Burkina Faso. Es war der letzte große Streich von Christoph Schlingensief. Das Enfant Terrible der Kunstszene wollte ein afrikanisches Operndorf errichten. Doch es ging ihm nicht um traditionelle Opernkunst, sondern um einen Ort, an dem experimentiert werden kann und Neues entsteht. Wo Schüler die Möglichkeit haben, ihre musischen Fähigkeiten auszuprobieren und gleichzeitig in ihre Zukunft zu investieren. Ein vollständig autonomes Dorf war das Ziel.

Den Spatenstich 2008 hat Schlingensief noch erlebt. Seit seinem Krebstod 2010 ist seine Witwe Aino Laberenz Geschäftsführerin der Festspielhaus Afrika GmbH. Sie hat Schlingensiefs Vision vorangetrieben und kümmert sich noch immer um das Projekt. Mit vollem Einsatz: Gerade modelt sie für das deutsche Modelabel Strenesse und entwarf ein Charity-Shirt zugunsten des Operndorfs. Dem stern erzählte Laberenz, wie es dazu kam und wie der Stand in Burkina Faso ist.