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Zigarettenetuis: Kippen im Kleid

Raucher leben mit schlechtem Gewissen, wollen aber nicht ständig daran erinnert werden. Deshalb kommt mit den Warnaufdrucken das Zigarettenetui wieder in Mode.

"Smoking Women" hieß eine Ausstellung von Peter Lindbergh. Der Fotograf huldigte darin 1996 der Erotik des Rauchens. Mittlerweile - das Zeitalter der EU-Warnhinweise ist angebrochen - können rauchende Frauen nicht mehr damit rechnen, zur Kunst erhoben und bewundert zu werden. Der blaue Dunst gilt als unattraktiv, und mit dem ungetrübten Genuss ist es ohnehin vorbei, seit man bei jedem Griff zur Schachtel mit Sprüchen wie "Rauchen lässt Ihre Haut altern" konfrontiert wird.

Hauch des schönen Scheins

Es bleiben der steigenden Zahl der Qualmerinnen zwei Alternativen: Entweder sie versuchen es mit Allen Carrs neuem Selbsthilfe-Buch "Endlich Nichtraucher - für Frauen", oder aber sie verdecken einfach die auf ihre Päckchen gedruckten Todesdrohungen. Das geht entweder mit lustigen, aber ebenso hässlichen Über-Schildchen (z. B. "Arbeiten schadet der Gesundheit" bei www.rauchergedicht.de) oder aber mit schicken Zigarettenetuis. Ob als Pappüberstülper (www. wrapsy. com) oder aus Kalbsleder, das RauchAccessoire erlebt gerade ein Comeback - und verleiht dem Laster wenigstens einen Hauch schönen Scheins.

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