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Oktoberfest 2014: Die Hölle morgen früh ist mir egal

Laut Statistik trinkt jeder Oktoberfestbesucher im Schnitt 1,05 Liter Bier. Ich habe den Selbsttest gemacht: Wie viele Maß gehen? Die Antwort ist erschreckend.

Von Jens Maier, München

Um 14:46 Uhr gab es die vierte Maß für den stern-Redakteur. Prost!

Um 14:46 Uhr gab es die vierte Maß für den stern-Redakteur. Prost!

Es muss irgendwann zwischen der fünften und der sechsten Maß passiert sein: Kontrollverlust. Die Kapelle im Bräurosl-Zelt spielt "He, wir wollen die Eisbären sehen". Nicht gerade ein bayrisches Volkslied, aber um die Massen zu begeistern, reicht es. Ich stehe irgendwo vor Box neun auf einer Bierbank. Wie ich dort hingekommen bin? Keine Ahnung mehr, denn eigentlich war mein Tisch oben auf der Empore. Egal. Bierselig schunkele ich mit. Arm in Arm mit - ähm, wie heißt der Typ neben mir noch gleich? Keine Ahnung. Ich frage nicht, denn Namen könnte ich mir jetzt ohnehin nicht mehr merken. Von den Dutzend Jungs um mich herum sind nur zwei aus meiner Clique. Die anderen sind Freunde von Freunden - oder so. Glaube ich zumindest. Bis vor ein paar Minuten kannte ich keinen. Aber auch das ist egal. Ich gucke in fröhliche Gesichter und das reicht, um richtig zu sein. Schließlich wollen wir alle das Gleiche: Feiern.

6,7 Millionen Liter Bier wurden im vergangenen Jahr auf dem Münchner Oktoberfest konsumiert. Bei 6,4 Millionen Besuchern macht das 1,05 Liter pro Wiesn-Gänger. Aber entweder stimmt mit dieser Statistik was nicht - oder mit mir und meinen Freunden stimmt etwas nicht. Es ist 10.37 Uhr und ich sitze in der Bräurosl mit meiner ersten Maß Bier in der Hand. Das Zelt mit Platz für über 6000 Menschen ist seit gut einer Stunde wegen Überfüllung geschlossen. Wie die meisten anderen Festzelte auch. Der ganz normale Wiesn-Wahnsinn am Sonntagvormittag. Aber wir sind drin. Zu zwölft sitze ich mit meinen Freunden am Tisch. Kellner Orhan versorgt uns mit dem Wichtigsten: Bier.

Der erste Schluck ist unten

Hacker-Pschorr wird in der Bräurosl ausgeschenkt. Das ist nicht mein Lieblingsbier - Augustiner oder Paulaner mag ich lieber - aber so früh am Morgen sind Geschmacksnuancen das geringste Übel. Statt Kaffee und Brötchen gibt es heute eine Maß zum Frühstück. Lecker? Nein. Wie soll ich das Zeug bloß runterkriegen? Die anderen denken das offenbar auch. Mit einem eher zaghaften "Auf die Wiesn" prosten wir uns zu. Oans, zwoa, gsuffa. Der erste Schluck ist unten. Schmeckt besser als erwartet. Als dann um kurz vor zwölf Uhr unter dem Jubel der Massen die Schleißheimer Schloßpfeiffer (Für alle nicht Bayern: die Blaskapelle) einziehen, ist die Statistik längst versaut. Die erste Maß ist alle. Als der Kapellmeister "Ein Prosit der Gemütlichkeit" anstimmt halte ich längst die zweite in der Hand. Ein wohlig-warmes Gefühl steigt von meiner Magengegend auf. Herrlich.

Sieben Maß sollen es an diesem Wiesn-Sonntag noch werden - die Schlucke aus fremden Maßkrügen nicht mitgezählt. Macht abzüglich Noagerl und Unterschank rund sechseinhalb Liter Bier. Wahnsinn. Die insgesamt über elf Stunden im Festzelt rächen sich. Am Morgen danach ist das wohlige Gefühl von gestern längst einem dicken Kater gewichen. Kopf, Magen, Füße, Stimme - so lassen sich die Leiden nach einem Wiesn-Tag zusammenfassen. Wobei die Schmerzen in den Beinen das schummrige Gefühl im Kopf bei weitem überlagern. Die blauen Flecken kommen wohl daher, dass ich einmal mit der in Wallung geratenen Masse von der Bank gekippt bin. Aber Bierengel Aloisius wacht über die seinen - nix weiter passiert. Doch Stehen, Schunkeln und Saufen fordern ihren Tribut. Was der Schnupftabak mit meiner Nase angerichtet hat, erzähle ich besser nicht. Hölle.

Was ist so toll an einer Horde Besoffener?

Vorsorglich nehme ich mir am Montag nach dem ersten Oktoberfest-Wochenende ohnehin frei. Andere haben heute vermutlich Wiesn-Grippe - eine in München zu dieser Jahreszeit geradezu grassierende Krankheit. Obwohl sich die Hölle am Morgen danach nicht gut anfühlt weiß ich, dass ich nächstes Jahr wieder um spätestens elf Uhr im Festzelt stehen werde. Wieder mit einer Maß Bier in der Hand. Warum? Was ist so toll an einer Horde besoffener Menschen, die zu Helene Fischer mitgrölen? Und: Warum finde ich das auf dem Oktoberfest toll und auf der Reeperbahn - wo ich das als Hamburger jedes Wochenende haben könnte - eher asozial?

Als ich auf Facebook ein Foto von mir in Lederhose gepostet habe, hat ein Freund von mir und ausgesprochener Oktoberfesthasser das so kommentiert: "Hab' ich das jetzt richtig verstanden? Also, wenn der besoffene Gärtner oder Vorstand nicht um Mitternacht, sondern schon um 12 Uhr mittags unterm Tisch liegt, muss man nur mittendrin sein und dann ist das gut?"

Faszination Wiesn

Ohne jemals dabei gewesen zu sein hat er damit das Besondere an der Wiesn ziemlich gut auf den Punkt gebracht: Im Festzelt, in Dirndl und in Lederhosen und mit einer Maß Bier in der Hand sind alle gleich. Sie sind hier, um einen Tag lang Sorgen und Nöte zu vergessen. Egal ob arm oder reich, alt oder jung, hübsch oder hässlich. Dass sich plötzlich wildfremde Menschen in den Armen liegen und glückselig "Atemlos durch die Nacht" zusammen grölen ist die Faszination Wiesn. Ohne anstrengenden Smalltalk, ohne Standesdünkel. Und alle wissen: In zwei Wochen ist die schöne Wiesn-Zeit wieder vorbei. Dann heißt es ein Jahr warten, bis es wieder soweit ist. Wiesn kann man eben nicht 365 Tage im Jahr haben. Als es draußen schon langsam dunkel wird, neigt sich mein Wiesnsonntag seinem Ende entgegen. Wie viele Maß hatte ich nun eigentlich? Nach der fünften habe ich das mit dem Zählen nicht mehr so genau hinbekommen. Egal. Irgendeiner drückt mir einen vollen Maßkrug in die Hand. Die Band spielt Spider Murphy Gang. Schickeria. "Ja in Schwabing gibt's a Kneipen die muss ganz was B'sondres sein." Wie die Wiesn, denke ich, und stimme mit ein. Ein herrliches Gefühl.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(