Partnersuche Benimm ist "in"


Stil und Etikette stehen wieder hoch im Kurs. Das gilt besonders beim ersten Date.

Wendet man auf dem Weg durch eine vollbesetzte Stuhlreihe den Sitzenden sein Vorder- oder Hinterteil zu? Wie werden Austern der Etikette entsprechend geknackt? Auf solche und ähnliche Fragen suchte Thomas Gottschalk am Samstag eindeutige Antworten. Mit seiner Show bedient er ein wachsendes Bedürfnis nach Regeln und Orientierung im zwischenmenschlichen Umgang: Nach der Alles-geht-Ära der 90er ist gutes Benehmen wieder en vogue.

Weniger Etikette, mehr Taktgefühl

Natürlich ist es eine denkbar simple Einsicht, dass man es im Leben leichter hat, wenn man mit anderen Menschen gut und angemessen umgehen kann. Aber woran ist beim ersten Kennenlernen zwischen Mann und Frau gute Kinderstube zu erkennen und wo verbergen sich Fettnäppchen? Zunächst einmal: Es geht hier nicht um steife Etikette, sondern vielmehr darum, das richtige Gespür für die Besonderheit von Situationen und Anlässen zu entwickeln. Mit festen Ritualen haben die Benimmregeln von heute – anders als es "Sittenwächter" Gottschalk glauben machen will – schließlich schon lange nichts mehr zu tun. Beim lockeren Abendessen im Bistro sind andere Verhaltensregeln angesagt als im Vier-Sterne-Restaurant.

Und wer bezahlt?

Beim ersten Kennenlernen gilt also: Es geht weniger darum, ob er ihr im richtigen Moment aus dem Mantel hilft oder ob sie die Salat- von der Dessertgabel unterscheiden kann. Wichtig ist es vor allem, freundlich, zugewandt und eben "angemessen" rüberzukommen. Natürlich sollte man die Grundregeln der Tischmanieren wenigstens im Groben beherrschen. Aber im Zweifel kann man mit der Art und Weise, wie man mit der Bedienung umgeht, mehr Sympathie- oder Antipathiepunkte sammeln als durch die versierte Handhabung des Hummerbestecks. Im Gespräch ist laut Psychologen offenes Interesse jederzeit übertriebener Höflichkeit vorzuziehen – schließlich geht es darum, einander kennen zu lernen.

Keine starren Regeln

Auch im Verhältnis der Geschlechter gibt es längst keine starren Regeln mehr: Hielt zum Beispiel früher grundsätzlich der Mann seiner Begleiterin die Tür auf, wird nach aktuellen Gepflogenheiten unabhängig vom Geschlecht jedem zu dieser Höflichkeit geraten – schließlich will niemand gegen eine zuschlagende Tür laufen. Und selbst beim heiklen Thema Rechnung ist die Gleichberechtigung auf dem Vormarsch: Natürlich darf ein Mann eine Frau nach wie zum Essen einladen. Gönnerhafte Gesten und Angeberei von ihm werden in aktuellen Benimm-Fibeln aber als ebenso unangemessen angesehen wie die selbstverständliche Erwartungshaltung von ihr, von nun an immer kostenfrei dinieren zu können.

Für Regelfanatiker

Übrigens wendet man beim eingangs erwähntem Gang durch die Stuhlreihe den Sitzenden stets seine Vorderseite zu. Und Austern nimmt am besten in einer mehrfach gefalteten Serviette mit der gewölbten Seite nach unten in die Hand und trennt dann die Schale an der rückwärtigen Nahtstelle mit einem Austernmesser ab.


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