HOME

Liebes-Experiment im Video: Tiefer Augenkontakt schafft Intimität - auch unter Fremden

Intimität ist nicht nur körperliche Nähe. Intimität kann auch ein inniger Blick, ein gemeinsamer Moment sein. Ein Youtube-Künstler filmte Paare in genau diesem - und öffnete ihnen dabei die Augen.

Intimität ist ein wichtiger Bestandteil einer Beziehung. Doch Intimität entsteht nicht nur durch körperliche Nähe. Ein intensiver, langer Augenkontakt zwischen zwei Menschen kann zu einem sehr intimen Moment werden. Nur muss man dazu das anfängliche Unbehagen der ungewohnten Situation überwinden.

YouTube-Künstler SoulPancake wollte das Ganze einmal testen und lud sich daher verschiedene Paare ein, sich vor laufender Kamera vier Minuten schweigend tief in die Augen zu blicken. Ein Paar war sich komplett fremd, eines hatte sich erst viermal getroffen, eines war ein Jahr, eines zwei, eines fünf und ein älteres Paar seit 55 Jahren zusammen.

Die teilweise zuerst skeptischen Menschen wurde allesamt positiv überrascht. Besonders das ältere Ehepaar war sichtlich ergriffen. "Ich habe gemerkt, was du mir bedeutest und dass ich nicht ohne dich sein kann", sagte der Herr seiner langjährigen Ehefrau. Aber auch die jüngeren Paare genossen den außergewöhnlichen Moment. "Wie schön es ist, einfach hier zu sitzen und meine Frau anzuschauen. Ohne Streit, ohne Aufgaben, ohne Job. Einfach nur so", sagte ein Mann, der seit zwei Jahren mit seiner Frau verheiratet ist.

Liebe auf den ersten (langen) Blick

Das Potenzial eines solchen Erlebnisses erkannte 1997 bereits der US-amerikanische Wissenschaftler Arthur Aron. Er stellte die Theorie auf, dass zwei sich völlig fremde Menschen nur dadurch Intimität aufbauen können, dass sie sich vier Minuten schweigend in die Augen schauen. Zuvor mussten sie sich 36 Fragen beantworten.

In der Praxis getestet wurde das Experiment vor Kurzem von einer Mitarbeiterin an der kanadischen University of British Columbia. Sie und ihr Kollege verliebten sich dabei ineinander und wurden tatsächlich ein Paar. Durch ihre Geschichte in der "New York Times" wiederum wurde der Künstler SoulPancake auf die Sache aufmerksam. Das aktuelle Youtube-Video sehen Sie hier:

Finn Rütten / print
Themen in diesem Artikel