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Hamburg: Vermieter kündigt Seniorin die Wohnung, weil sie einen kleinen Hund hat

Der Pekinesenmix "Stummel" und seine chronisch kranke Besitzerin sind unzertrennlich. Die Nachbarn mögen den Hund, verwöhnen ihn mit Leckerchen. Trotzdem kündigte das Unternehmen der Dame nun ihre Wohnung, weil sich Anwohner beschwert hätten. 

Hamburg Hund Wohnung Seniorin

Trotz allen Widerstands werden die Seniorin und Hund "Stummel" wohl auf Wohnungssuche gehen müssen. (Symbolbild)

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Auf einmal ging alles ganz schnell. Vor ein paar Wochen hatte sich eine 69-jährige Seniorin noch mit ihrem geliebten Hund "Stummel" eine kleine Einzimmerwohnung in Groß Borstel geteilt. Die Nachbarn liebten den Hund, gaben ihm hin und wieder Leckerchen und Streicheleinheiten. Ende 2018 dann der Schock: Fristlose Kündigung samt Räumungsklage. Das städtische Unternehmen "Fördern und Wohnen" setzte die chronisch kranke Frau vor die Tür. Nachbarn hätten sich angeblich über den Lärm beschwert. Sogar Anwälte und auch die Politik konnten der Seniorin nicht helfen.

Nach dem Tod ihres Mannes konnte sich die 69-Jährige – aufgrund ihrer Krankheit erwerbslos – ihre Altbauwohnung in Uhlenhorst nicht mehr leisten. Deshalb vermittelte ihr das städtische Unternehmen "Fördern und Wohnen" eine Einzimmerwohnung an der Borsteler Chaussee. 

Drei Jahre ist ihr Umzug nun her. Damals hatte die Seniorin noch ihren langen Weggefährten "Bobby" als Haustier, ein kleiner Jack-Russel-Terrier, der mit ihr nach Groß Borstel zog. Er wurde von der Einrichtung toleriert. Als ihr tierischer Begleiter 2017 starb, lebte sie ein halbes Jahr ohne Hund. Wenig erfolgreich allerdings, wie sie der "Hamburger Morgenpost" mitteilte: "Ein halbes Jahr hab' ich es ohne Hund ausgehalten. aber ich hab' mich nur noch verkrochen und viel geweint."

Mit Hund "Stummel" kam auch die Kündigung

Daraufhin trat "Stummel" in ihr Leben, ein kleiner Pekinesenmix. Laut "Fördern und Wohnen" hätten die Anwohner sich jedoch regelmäßig über den tierischen Mitbewohner der Seniorin beschwert. Die 69-Jährige dementierte das laut "Mopo" vehement: "Das Gegenteil ist richtig. Alle hier lieben Stummel und hängen Leckerli an meine Tür", wird die Frau zitiert. Das Unternehmen kündigte der alten Dame dennoch die Wohnung. Auch eine Unterschriftensammlung konnte ihr nicht helfen. Genauso wenig wie die Bezirkspolitik. Die SPD-Bezirksfraktion Nord schaltete sich ein und bat "Fördern und Wohnen", die Frau samt Hund dort wohnen zu lassen. Vergeblich. Ein Arzt bestätigte zudem wie wichtig "Stummel" für die Gesundheit der Dame sei. 

Ende 2018 landete die fristlose Kündigung im Briefkasten der Hamburgerin, eine Räumungsklage wurde bereits veranlasst. Gegen die Klage wird nun Einspruch eingelegt, wenn auch nur mit wenig Aussicht auf Erfolg. Natürlich zum Leidwesen der Dame: "Stummel tut doch niemandem etwas, bellt nicht mal. Das ist alles so gemein..."

Quelle: "Hamburger Morgenpost (Printausgabe vom 28. Februar)

fk
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