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Kontroverse in der Hansestadt Hamburgs "Pimmelgate" setzt sich fort: Innensenator wird auf Plakaten verspottet

Andy Grote, Innensenator von Hamburg (SPD)
Andy Grote, Innensenator von Hamburg (SPD)
© Regina Wank / DPA
Das Hamburger "Pimmelgate" findet kein Ende: Eine Künstlergruppe hält die Kontroverse um Innensenator Andy Grote mit gekaperten Werbe-Schaukästen weiter am köcheln.

Nächste Runde im Hamburger "Pimmelgate": Eine Künstlergruppe hat in der Hansestadt mehrere Werbe-Schaukästen gekapert und darin Plakate aufgehängt, die die Kontroverse um Innensenator Andy Grote (SPD) am köcheln halten. In optischer Anlehnung an das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" steht auf dem Titelblatt von "Der Pimmel", auf dem Grote abgebildet ist, die Schlagzeile: "Mensch Andy, sei doch nicht so steif!"

Das Plakat war unter anderem am Hamburger Hauptbahnhof zu sehen. Hinter der Aktion steht offenbar das Künstlerkollektiv "Dies Irae", wie unter anderem die "Hamburger Morgenpost" (Mopo) berichtete. "Innensenator Andy Grote setzt seine Polizeibeamten darauf an, Kritik an seiner eigenen Person mit unverhältnismäßigen Strafverfolgungsmaßnahmen abzuwenden", zitierte die Lokalzeitung einen Sprecher der Gruppe. Nach eigenen Angaben habe "Dies Irae" die Werbe-Schaukästen mit einem Steckschlüssel geöffnet und die "nicht autorisierten Plakate" aufgehängt.

Das "Pimmelgate" in Hamburg

Auslöser der Kontroverse um Innensenator Grote, die in Hamburg unter der Wortschöpfung "Pimmelgate" firmiert, war ein im Mai an Grote gerichteter Tweet bei Twitter mit dem Wortlaut "Du bist so 1 Pimmel". Er kam als Reaktion auf eine Kurzbotschaft von Grote, in dem dieser Menschen als "ignorant" bezeichnete, die trotz Corona im Schanzenviertel gefeiert hatten. Grote selbst hatte zu Beginn der Pandemie seine neuerliche Berufung zum Innensenator unter Missachtung der Corona-Regeln in einer Kneipe gefeiert und dafür eine Geldbuße zahlen müssen.

Zum "Pimmelgate" wurde die Angelegenheit, als die Staatsanwaltschaft nach einem Strafantrag Grotes wegen Beleidigung im September die Wohnung des mutmaßlichen Urhebers des Tweets durchsuchen ließ. Tausende Menschen kritisierten die Aktion im Netz unter dem Hashtag "Pimmelgate" als völlig unverhältnismäßig und überzogen.

Anfang Oktober entfernte die Hamburger Polizei Dutzende gelbe Aufkleber mit der Aufschrift "Andy, Du bist so 1 Pimmel", die im Umfeld der Wohnung des Senators auf St. Pauli verteilt worden waren. Am vergangenen Samstag wurde am linksautonomen Kulturzentrum Rote Flora ein meterhohes Plakat mit dem Schriftzug aufgehängt, das die Polizei mehrmals übermalte. Wie eine Sprecherin am Dienstag mitteilte, wolle man das Katz-und-Maus-Spiel jedoch beenden und den Schriftzug, der immer wieder auftauchte, nicht mehr übermalen.

Die aktuelle Plakat-Aktion wurde in sozialen Netzwerken weiterverbreitet und hat so auch die betroffenen Werbeunternehmen erreicht. "Wir haben diese Aktion auf Social Media frühzeitig wahrgenommen und entsprechend direkt Kontrollen unserer Flächen eingeleitet", erklärte eine Walldecaux-Sprecherin gegenüber der "Mopo". Das sei das übliche Vorgehen bei sogenannten Adbusting-Aktionen. Weitere Kontrollen im Stadtgebiet seien geplant.

Quellen: "Hamburger Morgenpost", mit Material der Nachrichtenagentur DPA

fs

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