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Hunderte Menschen betroffen Fliegerbombe mitten auf St. Pauli entschärft – Corona macht Evakuierung schwierig

Polizei und Feuerwehr sind nach dem Fund einer britischen Fliegerbombe in Hamburg-St. Pauli im Großeinsatz
Polizei und Feuerwehr sind nach dem Fund einer britischen Fliegerbombe in Hamburg-St. Pauli im Großeinsatz
© Bodo Marks / DPA
Der Fund einer Fliegerbombe in Hamburg-St. Pauli stellte die Einsatzkräfte vor eine Herausforderung. Mehrere Hundert Menschen mussten für die Entschärfung in Sicherheit gebracht werden – mitten in der Coronavirus-Pandemie.

Der Kampfmittelräumdienst der Hamburger Feuerwehr hat am Mittwochabend eine britische 500-Pfund-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Heiligengeistfeld im Hamburger Stadtteil St. Pauli entschärft. Mittarbeitende einer Baufirma hatten den Sprengkörper am Nachmittag entdeckt.

Nach offiziellen Angaben mussten 567 Menschen ihre Wohnungen in der Umgebung verlassen – was in Zeiten der Coronavirus-Pandemie eine enorme Herausforderung gewesen sei. "Wir können sie ja nicht alle in einer Turnhalle unterbringen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr zur "Hamburger Morgenpost". Die Temperaturen in der Hansestadt lagen um den Gefrierpunkt, sodass die Menschen für die Aktion nicht im Freien ausharren konnten. Die Behörden entschieden, in den nahe gelegenen Messehallen eine Notunterkunft für die Bewohnerinnen und Bewohner der Gegend bereitzustellen. Weitere Behörden, unter anderem die Polizei und das Bezirksamt Hamburg-Mitte, seien in die Evakuierung eingebunden gewesen. Rund 400 Einsatzkräfte seien im Einsatz gewesen, hieß es.

Straßensperrungen nach Fliegerbombenfund in Hamburg

Die Feuerwehr hatte einen sogenannten Sperrradius von 300 Metern um den Fundort eingerichtet, in dem sich während der Entschärfung niemand aufhalten durfte. Diese Zone umfasste auch Teile der Reeperbahn.

Im Umkreis von 500 Metern bestand eine sogenannte Warnzone, in der die Bewohnerinnen und Bewohner sich "luftschutzmäßig" verhalten mussten, sich also nicht im Freien oder in Fahrzeugen aufhalten durften und sich von den Fenstern fernhalten sollten.

im Sperrradius lag auch das Millerntor-Stadion von Fußball-Zweitligist FC St. Pauli. Der Verein spielt erst am Donnerstagabend zu Hause gegen den VfL Bochum. Mehrere Straßen im Stadtteil St. Pauli wurden für die Entschärfung gesperrt. Die U-Bahnlinie 3 wurde unterbrochen, teilte die Hochbahn als Betreiberin mit, mehrere Buslinien waren von Umleitungen betroffen.

Die Entschärfung der 500-Pfund-Bombe mit mechanischem Heckaufschlagszünder begann nach Auskunft der Feuerwehr gegen 22 Uhr, etwa 45 Minuten später gaben die Einsatzkräfte Entwarnung: "Der Zünder der Fliegerbombe auf St. Pauli wurde durch den Kampfmittelräumdienst erfolgreich gesprengt, die Entschärfung ist beendet, schrieb die Feuerwehr bei Twitter.

In Hamburg – auch auf dem Heiligengeistfeld – werden immer wieder Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, die bei der Bombardierung der Stadt durch die Royal Air Force ab Juli 1943 nicht detoniert sind.

Hinweis: Dieser Artikel wurde fortlaufend aktualisiert.

Quellen: Feuerwehr Hamburg,"Hamburger Morgenpost"

wue

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