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Entweder oder ... mit Kevin Kühnert: Wäre Kevin Kühnert lieber Haushaltshilfe bei Alice Weidel oder Praktikant bei Trump?

Lieber Helmut Schmidt oder Willy Brandt? Lieber im TV kochen oder AKK grillen? Auch Politiker sind vor unseren Fragen nicht sicher. Kevin Kühnert steigt in den Ring und beantwortet die Entweder-oder-Frage der NEON-Redaktion.

Kevin Kühnert im Interview mit NEON

Er ist 29, Vorsitzender der Jusos und will nicht Kanzler werden - sagt er zumindest in unserem Interview: Kevin Kühnert. Den Politiker sieht man ihm so gar nicht an. Er ist klein, trägt Drei-Tage-Bart und kommt im lässigen Karo-Shirt und Jeans zu uns in die Redaktion in Hamburg. Nachdem er letztes Jahr die Große Koalition scharf kritisiert hatte, wurde Kevin Kühnert sowohl online als auch offline immer bekannter. Unter dem #NoGroKo forderte er junge Menschen dazu auf, in die SPD einzutreten und beim Mitgliederentscheid über den Koalitionsvertrag gegen die GroKo zu stimmen. Sein Plan scheiterte, doch damit wurde er zu einer Stimme der jungen Mitglieder seiner Partei.

Kevin Kühnert ist schlagfertig, Antworten auf unsere Fragen zu finden, fällt ihm daher fast immer leicht. Nur die Frage, ob er lieber einen Mindestlohn von 15 Euro oder keine AfD mehr im Bundestag sehen würde, entlockt ihm ein "BOOOAAAA". Was er sonst noch lieber mag, seht ihr im Video.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?