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Das Foodtribunal: Sollte man das noch essen? Diesmal: Ei

Eier zum Frühstück, Eier im Kuchen oder Eier in der Mayonnaise – die kleinen runden Eiweiß-Bomben sind wahre Alleskönner. Wir erklären, woher sie kommen, wie es mit den Inhaltsstoffen aussieht und wie gesund Eier wirklich sind. 

Von Katharina Meyer zu Eppendorf

Eine Hand mit Ei auf einem gelben Hintergrund

Käfighaltung von Legehennen ist eine umstrittene Sache – dürfen wir Eier also überhaupt noch essen? (Symbolbild)

Getty Images

Das Gewissen

Harald Lemke ist Philosoph und Ernährungsethiker:

In der EU ist die Käfighaltung von Legehennen verboten. Grundsätzlich gilt trotzdem: Je mehr Freilauf die Hühner haben, desto besser. Das Problem, dass männliche Küken brutal getötet werden, weil sie keine Eier legen, bleibt auch bei Öko-Eiern meist bestehen. Mittlerweile gibt es Siegel, die das "Bruderhuhn-Prinzip" auszeichnen. Das sieht vor, dass pro Legehenne ein männliches Huhn mit aufwächst. Für viele Gerichte braucht man aber gar kein Ei: Kuchen wird auch mit Couscous fluffig.

Die Gesundheit

Dr. Christina Steinbach ist Ernährungswissenschaftlerin:

Ei ist ein naturbelassenes Lebensmittel, es enthält viel Eiweiß und wenig Kalorien (bei mittlerer Größe etwa 6,7 g Eiweiß und 80 kcal). Eigelb hat doppelt so viel Fett wie Eiweiß, nämlich 11 g. Manche lassen deshalb das Eigelb weg. Das finde ich allerdings nicht sinnvoll, denn das gesamte Ei hat viele Nährstoffe, darunter Aminosäuren und die Vitamine A und B2, die für das Sehvermögen und das Wachstum von Haaren und Nägeln sorgen.

Der Geschmack

Sven Nöthel ist Küchenchef im Restaurant Am Kamin:

Aus Ei kann man viel machen. Mein Favorit ist das "Stundenei", bei dem man nur das Eigelb gart. Man badet ein Ei bei genau 63 Grad im Wasser. Bei dieser Temperatur stockt nur das Eigelb. So erhält man beim Aufschlagen des Eis nur den Dotter, der wegen seines hohen Fettgehalts zum Geschmacksträger wird. Wer dazu Grünkohl und gebackene Topinambur isst, versteht sofort, was ich meine. Das zerflossene Eigelb wird zur perfekten Soße.

Dieser Artikel ist erstmal in der NEON-Ausgabe 09/2017 erschienen.

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