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Der große Rückblick: Andrej und das Tränenmeer von Mexiko (City): Die zehn besten Momente der "Bachelor"-Staffel

Klar, es wurde geknutscht und geheult, gezickt und getwerkt. Aber es gab auch Momente wie nie zuvor in der Geschichte des Formats: von beknackten Gesangseinlagen, Schildkröten am Strand und Bauern auf der Tanzfläche – die schaurig-schönsten Szenen dieser "Bachelor"-Staffel.

Offenbar schwer verliebt: Jennifer und Bachelor Andrej

Der Bachelor hat sich entschieden, die letzte Rose ist verteilt: Andrej hat der forschen Jennifer fürs Erste sein Herz geschenkt, aber das hätte uns nicht weniger überraschen können, nachdem wir uns schon vor Wochen auf die Bremerin als absolute Top-Kandidatin für den Basketball-Profi festgelegt hatten.

So wird uns das Finale der Staffel mangels Überraschungseffekt nicht im Gedächtnis bleiben – wohl aber andere Momente: Denn natürlich wurde, wie immer, viel geknutscht und gezickt und geheult. Aber es sind durchaus auch Dinge passiert, die wir in der Geschichte des Formats so bisher noch nicht erlebt haben. Also lehnt euch zurück und schenkt euch noch einen letzten Batida de Coco ein: Wir erinnern uns für euch an die zehn schaurig-schönsten Szenen der Staffel.

"Der Bachelor": Zehn schaurig-schöne Szenen

1. Das Meer von Mexiko City

Was für ein Auftritt: Kandidatin Christina hatte sich vor der ersten Begegnung mit Andrej ihre Gedanken gemacht, wie sie wohl den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen könnte. Sie entschied sich dafür, aus der Limousine auszusteigen und sich mit einem Liedchen auf den Lippen dem Bachelor vorzustellen: "Spüre die Sonne, das Meer von Mexiko City", dichtete sie in den Lyrics so sehnsüchtig wie geografisch fragwürdig – und irgendwie sind wir uns ziemlich sicher, dass Christina bis heute nicht weiß, dass es in der mexikanischen Hauptstadt weit und breit keine Küste gibt.

2. Ein Bauer auf der Tanzfläche

Es war der große Beef-Moment der Staffel: Isabell stellte Andrej in einer "Nacht der Rosen" zur Rede, weil dieser für ihren Geschmack zu eng mit Steffi getanzt hatte: "Ich dachte, das hier heißt 'Bachelor sucht eine Frau', nicht 'Bachelor sucht einen Bauer'", lautete dazu ihre uncharmante und grammatikalisch ungenaue Beobachtung, die Andrejs Gesicht in ein relativ fassungsloses Feld verwandelte. Ob sie nicht gerade noch auf der Tanzfläche der Villa getwerkt habe, konterte er die Kandidatin, und ob es nicht ziemlich "anbietend" sei, wenn man vor laufenden Fernsehkameras den Hintern schüttele. Alles Quatsch, vermittelte Isabells Reaktion auf den Vorwurf, schließlich sei Twerken in den USA ein Sport, und von einem persönlichen Angriff auf Steffi will sie auch nichts wissen: "Ich hab sie nicht krass beleidigt, ich hab ja nicht gesagt, dass sie tanzt wie eine Schlampe!"

Aber noch beim großen Wiedersehen im Anschluss an das Finale kochte das Thema noch einmal hoch: "Warum hast du mir das nicht ins Gesicht gesagt?", fragte Steffi, die sich in dem Irrglauben wähnte, sie und Isabell hätten sich in der Villa gut verstanden. Isabell wusste daraufhin nur wenig überzeugend zu beschwichtigen: "Bauer" sei doch keine Beleidigung, sondern bloß eine "Redenswendung" (!): "Kennst du das nicht?" Also wenn sie uns fragt: nö.

3. "Rose?" – "Nein, danke!"

Andrej gelangte an die Grenzen seiner emotionalen Belastbarkeit, als in einer Show gleich zwei Kandidatinnen freiwillig die Flatter machten: In Folge 3 verließen mit Natalie und Luisa gleich zwei seiner "Ladies" die Show und ließen den daraufhin schwer verstörten Bachelor mit Tränen in den Augen zurück. Fortan schien ihn ernsthaft die Sorge zu plagen, dass bis zur letzten Rose womöglich keine Frauen mehr übrig bleiben könnten.

Wie schwer er am Trauma zu tragen hatte, zeigte sich noch einmal in der vorletzten Folge: Als er davon erfuhr, dass mit Vanessa und Jenni zwei der drei letzten Kandidatinnen ein freundschaftliches Verhältnis pflegten, schien es in ihm zu rattern – was, wenn er dieses Duo ins Finale wählen würde und beide dann aus Loyalität vor der Konkurrentin jeweils vorzeitig die Waffen strecken? Abgesehen davon, dass uns die vermeintliche Freundschaft zuvor gar nicht wirklich aufgefallen war, hätten wir Zuschauer ihn beruhigen können – denn mindestens Jenni hätte never ever ihre Chance auf Andrej aufgegeben. Er ging trotzdem auf Nummer sicher und nahm statt der Publikumsfavoritin Vanessa lieber Eva mit in die letzte Folge.

4. Eva geht es gut

Natürlich war es ein Bitchmove von RTL, das prickelnde Date von Andrej und Eva im Spa zu sprengen, indem plötzlich die neue Kandidatin Sina an der Bettkante der beiden auftauchte.

Aber einerseits: Hey, dafür hattet ihr vorher wenigstens ein stundenlanges Date in einem Wellness-Tempel. Und andererseits durfte Eva anschließend deutlich machen, dass sie keine Frau ist, die Kränkungen zu vergessen weiß. In der folgenden "Nacht der Rosen" mischte sie sich deshalb dreist ins Einzelgespräch von Andrej und Sina und sagte mit breitem Grinsen: "Ich wollte nur los werden, dass es mir gut geht." Ein Fremdschäm-Moment für die Ewigkeit!

5. Deutsche Touris am Tag der Toten

Apropos fremdschämen: Geradezu perfide mutete der Ausflug an, den sich die Redaktion der Sendung für den "Tag der Toten" einfallen ließ. Wir möchten an dieser Stelle unsere Kollegin Wiebke Tomescheit zitieren, die für den stern in den vergangenen Wochen jede Folge mit einer wunderbaren TV-Kritik begleitet hat: "Die lustige Gruppe möchte (...) gemeinsam mit Andrej den Dia de los muertos feiern, den mexikanischen Feiertag der Toten, der – falls es Sie interessiert – ganz bestimmt rein gar nichts mit dem zu tun hat, was wir da im Fernsehen sehen. Andrej verspricht den Mädels, dass sie sich heute mal so richtig unters Volk mischen. Dafür verkleiden sie sich albern, schminken sich gruselig und kippen im Vorfeld ein paar Tequila.

Und dann 'mischen sie sich unters Volk': Im Herzen irgendeiner Hotelanlage wird für die deutschen Touris, die zuhause behaupten wollen, total in die hiesige Kultur eingetaucht zu sein, ein recht trostloses Theater aufgeführt. Mariachi-Band, tanzende Damen mit Totenkopf-Schminke, drumrum blassnasige Touristen und ein paar irritierte Mexikaner, die kichernd ihre Handys zücken, um das Spektakel zu fotografieren."

Schließlich halten die Damen es noch für eine gute Idee, zur Band auf die Bühne zu hüpfen: "Und dann hampeln die vier angeschickerten Single-Frauen neben der stoisch weiterspielenden Band auf der Bühne herum. Deutsche Touristen in einem Bild? Hier ist es." Anschließend setzte RTL das Grüppchen getreu dem Motto "Schlimmer geht immer" noch auf – ein Bierbike. Ja, genau: ein Bierbike!

6. Fremdschämen mit der Schamanin

Der persönliche Lieblingsmoment des Autors dieser Zeilen kam, als der Bachelor zusammen mit Eva, Jenni, Steffi, Nathalia und Vanessa eine mexikanische Schamanin in ihrer Open-Air-Praxis besuchte. Vor einem riesigen Kaktus saß die Gruppe im Kreis und jeder sollte seine größten Wünsche in ein Blütenblatt sprechen. Fleißig wünschten Andrej und die Damen diversen Familienmitgliedern auf Englisch nur das Allerbeste, aber Nathalia fiel vor lauter Aufgewühltheit die englische Sprache nicht mehr ein und erst recht nichts, was sie sich wünschen könnte ("Ich kann grad nicht!"), weshalb sie den Staffelstab direkt an Jenni übergab, die genau wusste, was jetzt zu tun war, also weinte sie, weil sie an ihren verstorbenen Vater denken musste. Großes, absurdes Emo-Kino!

7. Jenni zieht alle Register

Am Ende gab der Erfolg ihr Recht, aber Jennis Weg zur letzten Rose war kein leichter: In der an veritablen Zicken nicht eben armen Historie der Show nahm Jenni (der Sympathiepunkte so dermaßen egal waren, dass selbst die Verniedlichung ihres Vornamens hier irgendwie fehl am Platz wirkt) eine Ausnahmestellung ein. Keine Kandidatin wurde von Konkurrentinnen und Fans so leidenschaftlich gehasst wie sie. Wenn sie ihre Mitstreiterinnen nach deren Einzeldates fragte, tat sie dies betont angewidert. Als sie das Einzelgespräch von Andrej und Nadine am Rande des Basketballcourts crashte, brachte Letztere dies noch Tage später an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. Und deshalb wirkte es irgendwann sogar unangenehm kalkuliert, als sie zwischen zwei Zungenküssen mit dem Bachelor plötzlich persönliche Schicksalsschläge zur Sprache brachte:

8. Schildkröten am Strand

Wir wollen hier nicht nur zynisch abhassen, deshalb an dieser Stelle auch mal eine Szene mit maximalem Cuteness-Faktor: Als Andrej und Vanessa am Strand die Babyschildkröten ins Wasser ließen, wurde uns wirklich ganz kurz ein bisschen warm ums Herz. Aber wirklich nur ganz kurz. Bis alle Babyschildkröten im Wasser waren.

9. Vanessas Schwester

Die blonde Vanessa, Schmuckdesignerin aus Ditzingen, galt vielen Beobachtern lange als Favoritin, war sicher eine der sympathischsten Kandidatinnen und sammelte über die gesamte Staffel folgerichtig die meisten Insta-Follower (ehe Jennis Zahlen diesbezüglich direkt nach der letzten Rose explodierten). Auch wenn die 26-Jährige das Herz von Andrej am Ende nicht erobern konnte, ging die Zuneigung der Fans so weit, dass nach den Homedates sogar Vanessas Schwester für ihre laute Herzlichkeit in den sozialen Medien kräftig gefeiert wurde.

10. Eva und Andrej hatten Seeeeex

Eva und Andrej sind sich offenbar sehr, sehr nahe gekommen in der Nacht ihres Dreamdates. Aber weil wir nicht – wie Eva beim abschließenden Gruppen-Talk mit Frauke Ludowig nach dem großen Finale – ungefragt um den heißen Brei herumreden wollen, sagen wir es, wie es wahrscheinlich war: Sie haben gepimpert. Ja, und? Who cares?!? Nun, wahrscheinlich Jenni, und deshalb lässt sich Eva den großen Zickenmoment zum Schluss auch nicht nehmen und reibt es ihrer siegreichen Konkurrentin noch ein letztes Mal genüsslich unter die Nase mit den scheinheiligen Worten: "Ich weiß nicht, ob Andrej es dir erzählt hat ..." Ziemlich arm, ziemlich albern. Aber Jenni hätte es umgekehrt wahrscheinlich genau so gemacht.

In diesem Sinne: bis nächstes Jahr!