HOME

Zelt im Parkhaus: Wer ist #Parkhausklaus? Jodel rätselt über die Identität des Campers

Dinge, die man in der Klausurenphase in der Uni sehen kann: Schlafende Studenten. Kuscheldecken. Augenringe. Aber ein Zelt im Parkhaus? Das dürfte eher selten sein. 

Ein Parkhaus

Schreit jetzt nicht gerade "trautes Heim" – und doch "mietete" sich in Regensburg ein Mann in ein Parkhaus ein (Symbolbild)

Getty Images

Die Klausurenphase kann hart sein. Wenig Schlaf, viel Stress und mehr Zeit in der Bibliothek, als zu Hause. In Regensburg meinten Studenten jetzt, einen besonderen Härtefall entdeckt zu haben. 

Ein junger Mann fuhr gerade mit dem Auto durch das Uni-Parkhaus, als er ein blaues Zelt auf einem der Parkplätze erblickte. Er postete das Bild auf der Online-Plattform Jodel, schrieb dazu: "Wenn Uni dein Leben komplett vereinnahmt". 

Innerhalb kürzester Zeit hatten hunderte Jodler das Bild kommentiert. Ihre Reaktionen schwankten zwischen Mitgefühl ("Hat jemand gefragt, ob bei ihm alles okay ist? Da macht man sich doch glatt Sorgen"), Galgenhumor ("Das ist die traurige/lustige Veranschaulichung der Regenburger Wohnsituation") und purem Pragmatismus ("Ich möchte hier schon mal meine Oma schön grüßen, weil das ein legendärer Jodel wird"). Auch einen Spitznamen bekommt der Zelter prompt: Parkhaus-Klaus.

Schnell wurde der Plan geschmiedet, den mysteriösen Parkhausbewohner zu besuchen – trotz Zweiflern ("Was willst du da machen? 'Servus wir sins von der Jodelcommunity. Erzähl, was sind deine Beweggründe für solch ein Leben?'"). Tatsächlich treffen sich Mitglieder der Online-Community vor dem Parkhaus des Geschehens. Der "Mittelbayrischen" erzählt der OJ (Original-Jodler), der seit Oktober selbst in Regensburg studiert, sie hätten sich an der Bushaltestelle zu einer letzten Besprechung getroffen, dann seien einige ins Parkhaus gegangen, um der Sache auf den Grund zu gehen. "Als sie wieder rauskamen, haben sie erzählt, dass in dem Zelt offenbar ein Vibrator, eine Luftmatratze mit aufgedrucktem Gesicht, ein Laptop und ein Heizstrahler lagen", so der Student. Außerdem habe der Mann ein gelbes Frauenkleid getragen. 

Studenten schalten die Polizei ein

Die Studenten entscheiden sich, die Polizei zu rufen. Zwar habe der Mann nicht verwirrt gewirkt, dennoch bestand ihrer Meinung nach die Gefahr, er könne an den Abgasen im Parkhaus ersticken. Einige Stunden später heißt es von Seiten der Gesetzeshüter: "Vor Ort konnte ein 31-jähriger Mann angetroffen werden. Er war frauentypisch gekleidet. Die Polizeiinspektion Regensburg Süd hat den Vorgang aufgenommen und überprüft die einschlägigen rechtlichen Bestimmungen." Der Mann sei des Parkhauses verwiesen worden. Auch die Uni reagiert am nächsten Tag, weist auf das Zeltverbot im Parkhaus hin.

Das Ende von Parkhaus-Klaus? Glauben die Jodler nicht. In der Community schreibt der OJ: "Vielleicht schlägt Klaus ja demnächst wieder zu...um erneut...in Parkhäusern zu campen." [Dieser Jodel muss zweifelsohne in der dramatischen Stimme eines "X-Factor: Das Unfassbare"-Sprechers gelesen werden, Anm. d. Red.]



jgs
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?