HOME
Interview

Mode zum Kilopreis: Tipps zum Secondhand-Einkauf: So findet ihr die besten Vintage-Teile

Das Mainzer Unternehmen VinoKilo verkauft Secondhand-Kleidung zu Kilopreis auf internationalen Pop-Up-Events. Gründer Robin Balser spricht mit NEON über Vintage und nachhaltiges Einkaufen.

Secondhand VinoKilo

Secondhand ist hipp: Bei VinoKilo gibt es Secondhand-Mode im schönen Ambiente und zu Kilopreisen.

Früher dachte man beim Thema Secondhand-Mode vor allem an Omas stinkigen alten Pullover. Heute ist es Trend, gebrauchte Kleidung erneut zu tragen und damit einen ganz eigenen Stil zu kreieren. Für jene, die nicht unbedingt einen Secondhand-Laden in der Stadt haben oder nicht so gern auf dem Flohmarkt nach Schnäppchen jagen, hat das Start-Up VinoKilo eine Plattform entwickelt: Das Unternehmen mit Sitz in Mainz organisiert Pop-Up Events in ganz Deutschland. Dort werden Secondhand-Teile akkurat auf Bügeln und in hipper Atmosphäre präsentiert und zum Kilo-Preis verkauft.

Der Gründer Robin Balser hat International Business und Theater in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien studiert. Mit NEON spricht der 28-Jährige über den Wunsch, auch Skeptiker vom Vintage-Trend zu überzeugen und ein Umdenken in der Gesellschaft zu erzeugen.

Robin, Secondhand-Mode erlebt seit ein paar Jahren wieder ein Revival. Warum ist es trendy, gebrauchte Kleidung zu kaufen?
Ich denke, dass das ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren ist: Zum einen konsumieren Menschen heutzutage bewusster und wollen mit den Ressourcen, die natürlich auch zur Herstellung der Mode benötigt werden, achtsamer umgehen. Zum anderen wollen sie neben der Individualität der Styles auch auf gute Qualität und Verarbeitung setzen.

Worauf sollte man beim Secondhand-Einkauf achten?
Man sollte nicht mit einer bestimmten Erwartung shoppen. Viele Konsumenten haben eine Art Kaufhausdenken und erwarten perfekte Kleidung in allen Größen und Farben. Das kann ein Secondhand-Laden natürlich nicht bieten, weil es oftmals Einzelstücke sind. Man sollte sich beim Einkauf überraschen lassen, was man findet und lieber für ein paar gute Stücke etwas mehr Geld ausgeben.

Robin Balser hat VinoKilo 2016 mit 26 Jahren gegründet.

Robin Balser hat VinoKilo 2016 mit 26 Jahren gegründet.

Was, wenn ich noch nie secondhand gekauft habe und bei euch erstmal überfordert bin?
Lass dich nicht abschrecken: Es geht nicht mehr darum, die gleiche Kleidung von der Stange zu tragen, sondern unterschiedliche Stile miteinander zu kombinieren. Was früher verpönt war, ist heute cool – und man kann sogar die alte Jacke seiner Oma wieder anziehen. Der Anspruch von VinoKilo ist dabei, die Wahrnehmung der Menschen zu verändern. Leute, die vorher noch nie mit Secondhand in Berührung waren, kommen zu uns und finden hoffentlich heraus, wie cool es ist, so einzukaufen.

Woran erkenne ich denn ein cooles Vintage-Teil?
Für uns ist Vintage ein gewisser Stil, der meist zwischen den 1920ern und 80ern getragen wurde. Anhand der Qualität der Kleidung kann man auch feststellen, wann etwas produziert wurde – es ist zum Beispiel ganz anders gestrickt und fühlt sich hochwertiger an. Theoretisch muss ein Kleidungsstück mindestens 20 Jahre alt sein, um wirklich Vintage zu sein. Am Anfang haben wir vor allem Sachen aus den 60er- bis 80er-Jahren bekommen, aber mittlerweile haben wir gemerkt, dass die Leute total auf die Sachen aus den 90er-Jahren abfahren. Boleros, Sportjacken, Denim-Jacken und Fannypacks sind gerade super beliebt.

Und was, wenn ich nur Ramsch finde?
Auch die Einstellung zu Secondhand-Kleidung muss sich ändern: Secondhand-Mode gleicht keiner Billigware oder gar Ramsch auf Wühltischen. Viele Kleidungsstücke landen fast ungetragen, teilweise sogar nagelneu aus Überproduktionen in diesem Kreislauf. Das heißt: Secondhand ist ebenso hoch- und oftmals neuwertig wie die Fast Fashion im Store. Außerdem besteht vor allem die Mode aus den 80ern und 90ern aus viel hochwertigeren Materialien, heutzutage wird sehr viel mehr Polyester verwendet. Auch sollte man nicht mehr nur bis zur nächsten Party denken oder mit anderen in der Schule mithalten wollen. Eine Jacke darf auch gern mal teurer sein, wenn ich sie die nächsten 20 Jahre tragen kann. Es lohnt sich zum Beispiel, für eine Lederjacke mal etwas mehr Geld auszugeben und dieses Lieblingsstück dann sein Leben lang zu behalten.

Ihr bietet zum Beispiel auch Sachen von Burberry an. Sind Marken wieder im Trend?
Jein. Es gibt viele junge Leute, die gern die Marken ihrer Idole und der Influencer tragen würden und dann bei Secondhand-Läden schauen, weil sie im Original zu teuer sind. Aber viele Leute wollen einfach individuelle und hochwertige Kleidung zu einem guten Preis.

Immer mehr Menschen wollen nachhaltig Lebensmittel einkaufen. Was muss sich ändern, damit dieser Trend auch bei Kleidung ankommt?
Ich finde, dass die Wertschätzung der Kleidung der wichtigste Ansatz ist. Kleidung wird heutzutage teilweise unter schlechten Arbeitsbedingungen und mit einem hohen Ressourcenaufwand hergestellt. Wenn man sich damit auseinandersetzt, wird einem bewusst, wieso man zumindest achtsamer einkaufen sollte.

Wie bist du auf die Idee gekommen, VinoKilo zugründen?
Ich habe eine Zeit lang in Groningen in den Niederlanden studiert und dort gab es einen Tauschladen, der mich inspiriert hat. Ich habe dann selber Kleidertauschevents organisiert. Als unser Mieter uns kurzfristig aus unserem Laden rausgeschmissen hat, mussten wir unsere Kleidung schnellstmöglich abverkaufen. Da haben wir spontan einen Kilo-Verkauf organisiert, der super angekommen ist. Ein paar Monate später ist dann ein Freund zu mir gekommen und hat gefragt, ob wir so einen Verkauf nicht auch mal in Mainz machen wollen und so ist die Idee entstanden, Pop-Up Events zu organisieren, auf denen die Menschen unabhängig von Flohmärkten und Co. Secondhand-Kleidung kaufen können. Dieses Jahr machen wir 130 davon.

Woher kommt eure Kleidung?
In den Niederlanden habe ich meine ersten Pop-ups zuerst mit der Kleidung eines Freundes organisiert, der unheimlich viel Secondhand-Kleidung zu Hause hatte und mir überlassen hat. Mittlerweile ist er unser Partner und geht in die großen Kleiderhallen Europas, wo Kleider zum Beispiel aus Kleidercontainern lagern. Er weiß genau, was wir suchen bzw. was zu der Nachfrage unserer Kunden passt, bereiten es auf und es kommt gewaschen und gefaltet zu uns.

Du hast VinoKilo mit 26 Jahren gegründet. Welche Tipps hast du für junge Menschen, die auch ein Unternehmen aufbauen wollen?
Seit meinem 18. Lebensjahr habe ich immer wieder kleine Projekte gestartet und dabei schon erste Erfahrungen gesammelt – mal mehr, mal weniger erfolgreich. Für junge Leute, die auch gerne ein Unternehmen gründen wollen, habe ich zwei Tipps: Erstens würde ich heute jemanden als Büroassistenz einstellen, der sich mit Administration und den ganzen Formalitäten auskennt. Zweitens sollte man nichts aus einem Trend heraus gründen oder damit man Geld verdienen kann. Nur wer von einem Projekt wirklich überzeugt ist, wird auch langfristig dranbleiben.


Hier finden die nächsten VinoKilo-Events statt:

13. April Kassel

13. April Berlin

13. April Köln

20. April Bremen

20. April Augsburg

26.-27. April Hamburg

27. April Landau

27. April Dortmund 

15. Juni Innsbruck

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(