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Studie: Millennials am Limit: Das sind die Stressfaktoren der Generation Y

Wir wollen nur Selfies machen und Avocados essen – Millennials stehen immer wieder heftig in der Kritik. Doch eine Studie zeigt, dass einige der Stressfaktoren der Generation Y tatsächlich real sind. 

Millennials ernten viel Kritik

Millennials ernten viel Kritik, weil sie sich am Limit fühlen – zurecht?

Millennials, oder Generation Y, also die Menschen, die zwischen den frühen 1980er Jahren und den späten 1990er Jahren geboren und demnach jetzt zwischen 20 und 35 Jahre alt sind, müssen sich immer wieder viel Kritik anhören. Wir wären faul, würden uns statt Immobilien Avocados kaufen und könnten nicht mit Kritik umgehen. Auch ein gern genutzter Begriff: Mimimillennials. Wir würden uns zu viel beschweren, heißt es. Dabei ginge es unserer Generation doch so gut, wie keiner zuvor, meint man.

Tatsächlich beweist eine Studie, die die britische "Mental Health Foundation" 2018 in Auftrag gab, dass das Stresslevel bei jüngeren Generationen um einiges höher ist als früher. Für die Studie wurden 4619 Menschen aller Altersgruppen befragt, von denen 74 Prozent angaben, im letzten Jahr so viel Stress gehabt zu haben, dass sie sich überfordert fühlten oder gar nicht mehr damit umgehen konnten.

Millennials werden permanent mit dem perfekten Leben konfrontiert

Und während die ersten die Stimme anheben, um zu sagen, dass das doch nur beweist, dass Millennials kleine Schneeflocken sind, die unter dem kleinsten bisschen Druck zerbröseln, sollte man sich aber die Gründe für das hohe Stresslevel der jüngeren Generation anschauen: So gaben etwa 49 Prozent der 18 bis 24-Jährigen an, dass der permanente Vergleich mit ihrem Umfeld hohen Druck auf sie ausübe. Wir werden ständig mit scheinbar perfekten Leben konfrontiert. Sei es die super sportliche Instagrammerin, die 50 Liegestütze wie Urlaub aussehen lässt, die alte Schulfreundin, die den absoluten Traumjob ergattert hat, oder die Oma, die gern wissen möchte, wann man jetzt eigentlich mal heiraten und Kinder kriegen möchte. Irgendwas ist immer.

36 Prozent der Frauen, die sich gestresst fühlten, gaben außerdem an, dass dies auch damit zu tun habe,  dass sie sich nicht wohl mit in ihrem Körper und mit ihrem Äußeren fühlen würden. Bei den Männern waren das "nur" 23 Prozent. Selbst wer nicht das Bedürfnis hat, sich auf Size Zero herunter zu hungern, kann sich kaum vor neuen Greenfood-Smoothie-Trends und Sportangeboten retten, was selbst einer absolut gesunden Person das Gefühl vermitteln kann, dass sie dennoch nicht genug für sich tut. Und auch, wenn das verhältnismäßig unscheinbar klingen mag, so ist es doch ein Faktor – und die läppern sich irgendwann.

Vielleicht sind wir wirklich ein bisschen sensibler geworden

Auch die Wohnungsfrage belastet laut Umfrage 32 Prozent der 18- bis 24- Jährigen. Wo werde ich wohnen? Wer nicht mehr zu Hause wohnen kann, weil er beispielsweise zum Studieren in eine andere Stadt gezogen ist, steht vor einem echten Dilemma. Nie war Wohnen so teuer wie heute, nie war Wohnraum so begehrt. Preise steigen rapide an, um die Mietpreisbremse schert sich niemand und mittendrin soll man irgendwie neben dem Studium noch die 500 Euro für ein WG-Zimmer aufbringen und sich bloß nicht beschweren, wenn ein sechsmonatiges Praktikum komplett unbezahlt ist. 

Zu guter Letzt wäre da noch die Tatsache, dass man ja gerne was aus sich machen will. Eine Karriere soll her. Irgendwie muss die Wohnung ja bezahlt werden. Und die drei Kinder, die Oma sich wünscht, auch. Diesen Leistungsdruck spüren 60 Prozent aller 18- bis 24-Jährigen und immer noch 41 Prozent der 25- bis 34- Jährigen. 

Natürlich kann es sein, dass wir ein bisschen sensibler geworden sind. Die meisten von uns haben keine Kriege durchgemacht, mussten nie Hunger leiden. Das heißt aber nicht, dass wir einfach so grundlos maulen. Dass unser Stress nicht echt ist. Ob psychosomatischer Schmerz oder echter Bruch – der Schmerz ist so oder so da.

Milliennials – das sind ihre Problem: "Selfie oder kein Selfie machen"
jgs
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