VG-Wort Pixel

Finanzen Dating-Killer: Warum Liebe bei den Millennials vom Gehalt abhängt

Frau und Mann beim Dating
Ein echter Deal-Breaker beim Dating ist für viele Millennials offenbar das Thema Finanzen
Laut einer aktuellen Studie unter Singles sucht die Generation Y nach romantischer Liebe. Doch diese Suche scheitert oft nicht am Gegenüber – sondern an den eigenen Finanzen.

Von Luft und Liebe allein lässt sich nicht leben, sagt ein Sprichwort. Und das liegt in der Generation Y und Z offenbar an den eigenen Finanzen. Die amerikanische Dating-Plattform Match befragt jährlich mehr als 5000 US-Singles und kommt zu dem Schluss: Millennials daten weniger, weil sie es sich oftmals nicht leisten können.

Ein Drittel der Befragten in der jungen Zielgruppe gab an, dass ihre finanzielle Situation sie von der Suche nach Liebe abgehalten habe; mehr als jede andere der befragten Gruppen. Jeder Fünfte hat außerdem das Gefühl, erst ein gewisses Einkommen erreicht haben zu müssen, bevor er oder sie eine ernsthafte Beziehung beginnt. Ist Geld also ein Liebes-Killer?

Pizza und Wein - zu teuer?

Auch, wenn die Studie die Situation in den USA abbildet, die sicher im Hinblick auf die Dating-Kultur, aber auch auf die Lebenshaltungskosten eine andere ist, als in Deutschland, lässt sich das Problem höchstwahrscheinlich auch unter deutschen Singles finden. Jeder, der schon einmal in eine neue Stadt gezogen ist und sich ein neues Umfeld und einen Freundeskreis aufbauen musste, kennt ähnliche Situationen: Um Kontakte zu knüpfen, geht man häufig aus – schließlich will man Fremde nicht unbedingt immer direkt auf einen Wein in die eigene Küche einladen. Ähnlich ist es auch beim Dating. Und selbst wenn es nur ein ganz klassischer Kinobesuch oder Pizza und Wein beim Italiener um die Ecke ist, kommt man besonders in Großstädten nicht unter 20 Euro davon. Was nicht viel klingt, kann sich bei zwei oder drei Dates im Monat jedoch schnell summieren.

Warum dieser finanzielle Aspekt gerade die Generation Y und Z betrifft, liegt auf der Hand: Ausbildung, Studium und Jobsuche auf der einen und hohe Mieten und Lebenshaltungskosten auf der anderen Seite, sorgen schnell für Flaute im Portmonnaie. Laut dem DGB-Index "Gute Arbeit" liegt das Standardeinkommen in der Gruppe der 15- bis 25-Jährigen bei 1490 Euro brutto im Monat, das der 25- bis 30-Jährigen bei 2.150 Euro und das der 30- bis 35-Jährigen bei knapp 2.600 Euro. Bei Steuerklasse eins kommen so 1000 bis 2000 Euro im Monat in die Haushaltskasse. Keine umwerfenden Summen, wenn man bedenkt, dass Millennials mit deutlich höheren Ausgaben leben, als noch ihre Eltern aus der Generation der Babyboomer, wie eine aktuelle Studie der OSZE nahe legt.

Nie wieder Dating?

Grund genug, für einige Singles, das Dating komplett einzustellen. Denn für die Meisten schwingt beim Thema Dating auch das Gefühl mit, sich gut präsentieren und dem anderen etwas bieten zu müssen. Auch auf Plattformen wie Reddit werden die Themen Dating und Finanzen diskutiert. "Ich glaube, viele Leute in ihren Zwanzigern tun gern so, als wären sie reich – aber meine Freunde freuen sich eigentlich, wenn wir auch mal etwas unternehmen, dass nichts kostet", schreibt ein User.

Aber es gibt auch andere Meinungen: "Ich fühle mich nicht wertgeschätzt, wenn mein Date versucht, möglichst günstige Alternativen zu finden", erzählt eine andere Userin. Was also tun? Das fasst ein User gut zusammen: "Es kommt darauf an, dich zu fragen, womit du glücklich bist. Wenn die Person, die du beim (Online-)Dating triffst, deine Vorstellung davon, wie man Zeit zusammen verbringen kann, nicht teilt – dann ist das wohl der schnellste (und billigste) Weg, um herauszufinden, dass man wahrscheinlich nicht zusammen passt." Zumindest das hat die Generation Y nicht aufgegeben: Laut der Studie suchen 70 Prozent der Generation Z und 63 Prozent der Millennials romantische Liebe und sind immer noch optimistisch, sie zu finden.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker