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Generation Y: Faul und mit "Turnschuh-Mentalität": So hart rechnen Führungskräfte mit Millennials ab

Die jungen Generationen sind die Zukunft auf dem Arbeitsmarkt. Doch über die Arbeitsmoral der Generation Y und Z gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen.

Mann auf Stuhl

Hippes Büro, Turnschuhe, aber keine Lust auf Arbeit? Über die Generation Y gibt es viele Vorurteile (Symbolbild).

Getty Images

Was ist dir wichtig im Job? Über Millennials heißt es, sie seien auf Sinnsuche, ohne klare Vision, aber mit hohen Ansprüchen. Gleichzeitig gelten sie als Generation Praktikum, die viel arbeitet und auf Geld verzichtet, wenn der Job einem höheren Sinn dient und die Work-Life-Balance stimmt. Sie sind flexibel, arbeiten wie selbstverständlich auch im Ausland und wechseln ständig den Job. Soweit die Annahme – schaut man jedoch durch die Augen von aktuellen Führungskräften auf die Generation Y und ihre Nachfolger, die Generation Z, bietet sich scheinbar ein anderes Bild. 

Faul und unflexibel?

Fehlende Arbeitsmoral, hohe Gehaltsforderungen und mangelnde Leistungsbereitschaft seien vielmehr die Charakteristika der Millennial-Generation, sagt Klaus Hansen, Partner der Headhunter-Firma "Odgers Bernstson" in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Die belgische Firma befragt regelmäßig Führungskräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Anders als immer angenommen, seien die jungen Arbeitnehmer heute gar nicht so flexibel, wenn es um den Job gehe, sagt der ehemalige Bundeswehroffizier. Im Ausland wolle man allerhöchstens in die großen Hotspots nach London, Paris oder New York ziehen. "Es ist modern zu sagen, man sei mobil. Aber mobil sein heißt für junge Arbeitnehmer: mobil im Münchener Süden", so Hansen im Interview. Auch wenn viele Unternehmen heutzutage gut vernetzte Positionen im Ausland anbieten würden, blieben die meisten Arbeitnehmer doch lieber gemütlich zu Hause. Eine Annahme, die auch das Unternehmen "Continental" in einer Karriere-Umfrage unter Young Professionals im Jahr 2015 abgefragt hat. Die meisten Befragten konnten sich nur vorstellen, gegen eine angemessene Bezahlung und für einen begrenzten Zeitraum ihrer Karriere ins Ausland zu gehen.

Gründen ja, arbeiten nein

Diesen Eindruck nimmt auch Hansen wahr: Entgegen der gängigen Annahme seien Nachwuchskräfte aus der Generation Y und Z gar nicht mehr so stark an Auslandsaufenthalten interessiert – sie wollten lieber ihr Leben genießen. Das jedoch bei gleichbleibenden Gehaltsforderungen. Diese Ergebnisse der Umfrage von Odgers Berndtson denken sich zumindest teilweise mit aktuellen Studien: So zeigt der aktuelle "Working Better Together"-Report des dänischen Unternehmens Peakon, dass Millennials im Vergleich aller Generationen, die zur Zeit Teil des Arbeitsmarktes sind, bei vielen Faktoren wie Gehalt oder Sinn der Arbeit am unzufriedensten sind. In der Studie zur Mitarbeitermotivation mit Daten aus 125 Ländern kann sich die Generation Y daher auch immer weniger mit den Zielen des eigenen Unternehmens identifizieren. Für den Headhunter ein Problem, das sich langfristig noch auf die gesamte Wirtschaft auswirken werde: "Wir konkurrieren längst mit Ländern und Märkten, in denen man nicht um 17 Uhr den Stift fallen lässt", sagt Hansen. Wer mit Ländern wie China konkurrieren wolle, müsse schon mehr Leistungsbereitschaft zeigen.

Auch den Einwand von sich verändernden Hierarchien und flexibleren Arbeitsmöglichkeiten wie Homeoffice lässt er nicht gelten. Die Millennials würden vor allem von zu Hause arbeiten wollen, um sich nicht vor ihre eigene Haustür bewegen zu müssen, so Hansen, und nicht etwa, weil sie dort konzentrierter arbeiten könnten. Auch wenn in den Generationen Y und Z nachweislich mehr gegründet werde und viele junge Menschen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen, lasse sich auch hier eine mangelnde Arbeitsmoral erkennen, eine Art "Turnschuh-Mentalität", mit dem Ziel, ohne hohen Arbeitsaufwand schnell reich zu werden. 

lau