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Generationengerechtigkeit: Tschüss sozialer Aufstieg: Warum es vielen Millennials schlechter geht als ihren Eltern

Unsere Generation will nicht den bürgerlichen Vorstadt-Traum mit Haus und Auto leben, heißt es oft. Doch eine neue Studie zeigt: Für viele ist dieses Lebensmodell einfach gar nicht möglich.

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Eltern wünschen sich, dass es ihren Kindern einmal besser geht als ihnen selbst. Damit meinen sie meist einen guten Schulabschluss, eine passable Ausbildung, eine Familie und später ein Eigenheim. Doch wir gelten oft als die Generation, die den Vorstadttraum unserer Familie nicht mehr leben will. Wir machen keinen Führerschein, sparen nicht auf Auto oder Eigenheim, sondern suchen nach dem Sinn des Lebens in Praktika und tollen, aber unterbezahlten Jobs. Wir sind das, was man Post-Konsumenten nennt. Doch viele dieser Entscheidungen fallen nicht immer ganz freiwillig, wie die aktuelle Studie "Under Pressure: The Squeezed Middle Class" der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt.

Mehr Kosten und weniger auf dem Konto

Die Forscher untersuchten den Anteil der 20 bis 29-Jährigen mit mittleren Einkommen zu verschiedenen Zeitpunkten in 36 Industrienationen sowie Südafrika, China, Russland und Brasilien. Zur Mittelschicht gehört, wer zwischen 75 und 200 Prozent des nationalen Durchschnittseinkommens verdient; in Deutschland sind das circa 1.700 Euro netto. Das Ergebnis: Für Millennials wird es immer schwieriger, den Lebensstil ihrer Eltern zu erreichen. Obwohl wir teilweise besser ausgebildet sind, verdienen wir nicht mehr als unsere Eltern, aber haben höhere Ausgaben. Das heißt, selbst wer mal davon geträumt hat, sich ein Haus oder auch nur eine Wohnung zu kaufen, kann sie sich meist einfach nicht mehr leisten.

Millennials Studie Geld

Keine Bock auf nichts? Den meisten Millennials fehlt nicht der Antrieb, sondern die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg, zeigt eine aktuelle OECD-Studie.

In der Generation unsere Eltern, den sogenannten Babyboomern, gehören nach Aussage der Wissenschaftler noch 68 Prozent der 20 bis 29-Jährigen zu Mittelschicht-Haushalten – bei den Millennials sind es nur noch 60 Prozent. Die Gründe dafür sind laut Aussage der Forscher unterschiedlich: Zum einen sind die Löhne im mittleren Einkommensbereich trotz Wirtschaftswachstum weniger gestiegen als zum Beispiel die Durchschnittseinkommen der oberen zehn Prozent. Zum anderen sind die Kosten gestiegen – mehr als jeder fünfte Haushalt mit mittlerem Einkommen gibt mehr aus, als am Anfang des Monats auf dem Konto steht; die Überschuldung ist höher als in Haushalten mit niedrigen oder höhen Einkommen. So können sich Viele die mittelschicht-typischen Ausgaben, wie zum Beispiel ein Eigenheim, nicht mehr leisten. Denn die Preise für Häuser sind laut der Studie in den letzten zwei Jahrzehnten dreimal so schnell gestiegen, wie das Einkommen der Mittelschicht.

Politik sollte Millennials fördern

Was also tun? Die OECD sieht hier vor allem die Politik in der Pflicht: Sie müsste bezahlbaren Wohnraum zu Verfügung stellen um die Lebenskosten zu senken und Hauskäufer durch Steuererleichterungen entlasten , sagen die Initiatoren der Studie. Zudem sei es wichtig, in berufliche Bildung zu investieren, da immer mehr befristete oder unsichere Beschäftigungen die klassischen Mittelklasse-Jobs ersetzen würden.

Der Lebensstil unserer Generation hat also anscheinend nichts mit Kapitalismuskritik oder fehlender Erfolgsorientierung zu tun. Die viel kritisierten Millennials sind nicht der Untergang, sondern die Zukunft des Mittelstandes – wenn die Politik beginnt, sie zu fördern. Hoffnung macht jedoch, dass die aktuellen Generationen ihre Zukunft positiv sehen: Laut einer Studie des Finanzportals "LendEDU" glauben 57 Prozent der Millennials, dass sie im Leben reicher sein werden als ihre Eltern.

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lau