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Johann Waschnewski: NEON-Traumjob: Wie wird man eigentlich ... Bürgermeister?

Seinen Job führt er 24 Stunden, 7 Tage die Woche aus: Als Bürgermeister ist Johann Waschnewski stets im Amt. NEON erzählt er, wie er mit 29 Jahren Bürgermeister der thüringischen Töpferstadt Bürgel wurde – und was er daran am liebsten mag.

Johann Waschnewski

Johann Waschnewski wurde mit 29 Jahren zum hauptamtlichen Bürgermeister der Töpferstadt Bürgel gewählt. Bürgel liegt im Ostthüringer Saale-Holz-Landkreis und ist bekannt für seine blauweiße Keramik.

Was machst du den ganzen Tag?

Der Bürgermeister-Job oder das Amt ist eigentlich sehr vielseitig. Deshalb kann es manchmal auch sehr anstrengend sein, macht aber auch sehr viel Spaß. Man hat jeden Tag mit unterschiedlichen Themen, mit unterschiedlichen Menschen und Anliegen zu tun. Deswegen ist es meistens so, dass ich tagsüber die Verwaltung und die Vorgänge in der Verwaltung hier im Rathaus leite. Abends sind meistens Veranstaltungen und Sitzungen. Dazu kommen auch viele Gesprächstermine und repräsentative Aufgaben. Von daher ist es sehr abwechslungsreich. Ich bin wirklich viel unterwegs und lerne jeden Tag etwas Neues kennen, es wird nie langweilig.

Wie wird man das?

Um ins Amt zu kommen, muss man in Thüringen das 21. Lebensjahr vollendet haben und von den Einwohnern direkt bei einer Bürgermeisterwahl für sechs Jahre gewählt werden, ohne bestimmte Berufsqualifikationen zu benötigen. Ein Quereinstieg ist möglich. In kleineren Gemeinden kann man das Amt als ehrenamtlicher Bürgermeister auch nebenberuflich ausüben, wo es zudem erforderlich ist, seit mindestens sechs Monaten den Wohnsitz vor Ort zu haben. Allerdings sind die Regelungen von Bundesland zu Bundesland etwas verschieden, weshalb es unter Umständen auch sein kann, dass ein Stadtrat den Bürgermeister wählt.

In meinem Fall war es so, dass ich mit 23 Jahren in meiner Heimatstadt in den Stadtrat gewählt wurde. Ich war sehr engagiert im Sportverein, bin aktiver Fußballer, habe mich dort im Vorstand eingebracht. Und ich wollte etwas bewegen, damit wir dort das Sportlerheim ausbauen. Dadurch bin ich in die Lokalpolitik gekommen. Zunächst war ich Stadtratsvorsitzender und dann ein Jahr lang stellvertretender Bürgermeister, bevor ich mich entschieden habe, gegen den Amtsinhaber zu kandidieren.

Ich habe die Wahl dann schließlich mit 66 Prozent gewonnen im Jahr 2015. Von daher war es bei mir so, dass ich über das politische Engagement in der Jungen Union über die CDU, den Stadtrat und Kreistag ins Bürgermeisteramt dazu gekommen bin, hauptberuflich Politik zu machen. Ich habe auch Politikwissenschaft, Wirtschaft und Geschichte in Jena und Kopenhagen studiert und einige Jahre für Landtags- und Bundestagsabgeordnete gearbeitet.

Welchen Satz kannst du nicht mehr hören?

Ich kann den Satz nicht mehr hören: "Früher war alles besser". Jede Zeit hat ihre Vor- und Nachteile, wobei früher auch schon mal die Zukunft schöner war. Wir leben nun mal in einer mobilen Gesellschaft und insbesondere die jüngere Generation hat heutzutage mehr Möglichkeiten. Dadurch sind wir weniger aufeinander angewiesen, weshalb soziale Bindungen abnehmen und der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht mehr so wichtig zu seien scheint.

Viele Bürger kennen ihre Rechte, aber vernachlässigen ihre Pflichten. Trotzdem sollten wir alle an unser Gemeinwesen und unser Gemeinwohl denken. In bürgernahen Kommunen haben wir nach wie vor ein reges Vereinsleben mit einem starken ehrenamtlichen Engagement, ob in der Freiwilligen Feuerwehr, im Sport oder in der Traditionspflege, was das Leben in unseren Städten und Dörfern auszeichnet.

Wie ist die Bezahlung?

Die Bezahlung ist für die Wahlbeamten auf Zeit gesetzlich geregelt. Und die richtet sich meistens nach der Einwohnergröße der Stadt. Die Töpferstadt Bürgel mit rund 3600 Einwohner ist eine kleine Stadt. Von daher gibt es für die Stelle mit der Besoldungsgruppe A14 etwas mehr als für einen verbeamteten Lehrer. [Anm. d. Red.: Je nach Berufserfahrung sind das zwischen 4000-5500 Euro/ brutto pro Monat.] In einer ländlich geprägten Region wie dieser hier kann man gut davon leben, weil hier die Lebensunterhaltungskosten nicht so hoch sind wie in den Großstädten. Von daher kann ich mich über die Bezahlung nicht beschweren.

Was ist das Beste am Job?

Das Beste am Amt des Bürgermeisters – das sagt ja fast der Name schon – ist der direkte Kontakt mit den Bürgern und dann auch die Angelegenheiten der Bürger "meistern" zu können, im wahrsten Sinne des Wortes. Da bekommt man viel Lob und Kritik, aber hier vor Ort weiß man, wofür man arbeitet. Man kann einiges bewegen, was sich positiv auf das Leben der Menschen auswirkt. Heute war ich zum Beispiel bei einer Bauberatung zum Schulneubau. Ich habe mich über viele Jahre für die Baumaßnahmen eingesetzt, und wenn man dann über die Baustelle läuft und sieht, wie die Schule entsteht, dann freut das einen natürlich, dass künftige Generationen vom Ausbau dieser Infrastruktur profitieren können. Diese Entwicklung in der Stadt miterleben zu können, ist wirklich etwas sehr Sinnstiftendes, aber auch sehr motivierend.

Was ist das Nervigste?

Nervig sind starre Gesetze und Überregulierungen. Damit haben wir viel im öffentlichen Bereich zu tun und in manchen Fällen ist das schwer vereinbar mit der Lebenswirklichkeit der Menschen. Da können manche Verwaltungsvorgänge sehr langatmig sein und manchmal ist auch der Ermessenspielraum, den eine Verwaltung hat, äußerst eingeschränkt. Nichtsdestotrotz wollen wir nicht nur Dienst nach Vorschrift machen, sondern die Probleme der Menschen lösen und uns um deren Belange bestmöglich kümmern. Da können wir auch leider nicht immer helfen. Natürlich sind auch die finanziellen Mittel oft begrenzt. Deswegen muss man schauen, was machbar ist. Man sollte keine falschen Versprechungen machen. Und nicht in jedem Fall lässt sich immer eine Lösung finden.

Dein Tipp für Newcomer? 

Mein Tipp: Man muss dieses Amt erst mal wirklich wollen. Man ist viel unterwegs, wenn man sich die Arbeitszeit und die Stunden anschaut. Und man steht in der Öffentlichkeit. Das führt dazu, dass man sich entsprechend immer benehmen muss. Natürlich ist die Vereinbarkeit zwischen Berufs- und Privatleben hier besonders gefordert. Was ich als Tipp geben kann, wenn sich jemand für das Amt interessiert: Die Aufgaben sind sehr vielfältig und komplex. Es ist unmöglich, alles selbst zu erledigen. Deswegen ist es wichtig, einen Überblick zu haben. Man muss bereit sein, sich mit vielen Dingen auseinander zu setzen. Man muss Prioritäten setzen, gut im Team zusammenarbeiten können – insbesondere mit den Mitarbeitern im Rathaus. Wichtig ist, dass man gut zuhören kann und dass man sich bei Bedarf auch Rat einholt. Dafür haben wir auch einen Stadtrat, den es mit der Bürgerschaft einzubeziehen gilt, damit Entscheidungen auch von der Bevölkerung mitgetragen werden. Man sollte bei Abwägungen konsensorientiert denken und besser zusammenführen statt spalten.

Mehr Traumjobs findet ihr unter neon.de/traumjob.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(