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#NEONDamenwahl

5 Fragen an junge Feministen: Melodie Michelberger: "Es gab noch nie eine so lang anhaltende Diskussion über Sexismus wie jetzt"

Am 19. Januar vor 100 Jahren durften Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen. Wir nutzen diesen Anlass, um mit jungen Feministen und Feministinnen zu sprechen und sie zu fragen: Warum brauchen wir immer noch Feminismus? Wo hakt es noch? Und wo läuft es gut? Heute antwortet Melodie Michelberger. 

Melodie Michelberger

Melodie Michelberger ist unter anderem Gründerin der Seite "Trust The Girls"

Melodie Michelberger ist das, was man eine richtige Powerfrau nennt. Sie gilt als eine der größten deutschen Instagram-Influencerinnen in Sachen Body Positivity, Nachhaltigkeit und Mode, führt eine erfolgreiche PR-Agentur, ist Mitgründerin der Plattform trustthegirls.org, ziert regelmäßig die Seiten zahlreicher Magazine und ist Mutter eines zehnjährigen Sohnes, mit dem sie in Hamburg lebt. Und irgendwo dazwischen hat sie noch die Zeit gefunden, mit uns über Entwicklungen im Feminismus zu sprechen.

1. 100 Jahre Frauenwahlrecht: Warum braucht es immer noch Feminist*innen?

Weil wir immer noch in einer Gesellschaft leben, in der Frauen strukturell benachteiligt sind und Männer Angst haben müssen, Schwäche und Gefühle zu zeigen. Vor dem Grundgesetz sind Männer und Frauen zwar gleichberechtigt, aber von wirklicher Gleichberechtigung kann in unserer Gesellschaft nicht die Rede sein: Noch immer sind Diskriminierungen – zum Beispiel Sexismus und Rassismus – Alltag, noch immer darf in Deutschland gemäß Paragraf 219a nicht straffrei über Abtreibung informiert werden, mit 30,7 Prozent ist der Frauenanteil im Deutschen Bundestag so niedrig wie zuletzt vor zwei Jahrzehnten, der Gender Pay Gap liegt bei 21 Prozent und nur jeder zehnte Elterngeld-Monat wird von einem Mann genommen. Ich könnte jetzt noch viele weitere Beispiel aufzählen. So lange es nicht selbstverständlich ist, dass in jedem Bundesministerium mindestens genauso viele Frauen wie Männer sitzen, Männer genauso viele Elternzeit-Monate nehmen wie Frauen und jede dritte Frau* in ihrem Leben sexualisierte Gewalt erleben muss, brauchen wir Feminist*innen, die für Gleichheit und Freiheit kämpfen.

2. Wofür brennst Du besonders – und warum?

Sexismus, unrealistische Schönheitsideale und Geschlechterstereotype sind eng miteinander verwoben. Unsere Gesellschaft und Medien geben ein genau genormtes Schönheitsideal vor, unter dem besonders Frauen* zu leiden haben, denn sexistische Werbung suggeriert nicht nur die Minderwertigkeit von Frauen, sondern stilisiert sie zu Sexobjekten. Wenn wir Sexismus abschaffen wollen, dann kann es nicht sein, dass für Männer und Frauen unterschiedliche Schönheitsnormen gelten. Deshalb mache ich mich für die Rückeroberung der Selbstbestimmung über den eigenen Körper, für Body Positivity und Diversität und gegen Fatshaming und Lookismus stark, damit endlich alle Körper in ihrer ganzen Vielfalt, allen Körperformen, Altersgruppen und Hautfarben diskriminierungsfrei leben können.

3. Was läuft gut? Was braucht noch Veränderung?

Die #metoo Debatte hat nicht nur eine große Welle der internationalen Solidarität ausgelöst, sondern wir haben auch endlich öffentlich über sexualisierte Gewalt, Sexismus und Machtmissbrauch gesprochen. Durch Social Media hat der Hashtag eine noch nie dagewesene globale Präsenz erlangt, die immer noch von Dauer ist. Ich glaube, es ist vielen gar nicht bewusst, dass es bis jetzt noch nie eine so lang anhaltende Diskussion über Sexismus gab, wie jetzt. In unserer patriarchalen Kultur wird Gewalt gegen Frauen und Mädchen sonst weggeredet, und solche Debatten schnell wieder unter den nächsten Breaking News begraben.

In diesem Sinne wünsche ich mir noch sehr viel mehr Solidarität mit allen Frauen* – Feminismus sollte als gesamtgesellschaftliches Thema verstanden werden, nicht als "Frauenthema", mit dem sich Männer möglichst nicht befassen müssen. Schließlich leiden nicht nur Frauen* unter den patriarchalen Strukturen, sondern alle Menschen! Eine positive Entwicklung wäre zum Beispiel, dass mehr Männer Verantwortung übernehmen und sich öffentlich und laut für Feminismus und Geschlechtergerechtigkeit stark machen. Wie wäre es mit einer von Männern initiierten Großdemo gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen und Mädchen, oder einer Demonstration, die sich für die Abschaffung des Paragrafen 219a stark macht? Das Thema Schwangerschaftsabbruch geht ja nicht nur Frauen etwas an!

4. Welchen Satz könnt ihr nicht mehr hören?

Den Satz "Alle Feministinnen hassen Männer!" kann ich wirklich nicht mehr hören! Dieses Vorurteil ist wahrscheinlich genauso alt, wie das Patriarchat und wird von Antifeministen bewusst gestreut, um Feministinnen zu diskreditieren und zu ärgern. Das ist einfach totaler Quatsch, ich antworte darauf auch gar nicht mehr.

5. Wer sind deine Vorbilder?

Es gibt so unfassbar viele mutigen Frauen, die den Weg für uns heute frei gemacht haben, die im Großen oder Kleinen für Gleichheit und Freiheit gekämpft haben und immer noch kämpfen, da fällt es mir wirklich schwer, nur ein paar wenige Frauen herauszupicken. Ich lese meinem zehnjährigen Sohn gerade das Buch "Good Night Stories for Rebel Girls" vor – 100 Geschichten über 100 starken Frauen, ein absolut empfehlenswertes und ermutigendes Buch (nicht nur für junge Mädchen)! So lerne ich jeden Tag sogar noch mehr inspirierende Frauen aus unterschiedlichen Epochen kennen!

Eine Frau, die mich schon in der Schulzeit beeindruckt hat, ist Sophie Scholl. Ihre letzten Worte sind so herzzerreißend und aktuell wie nie zuvor. Dankbar bin ich über all die wunderbaren Frauen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die ich persönlich kenne und die sich unermüdlich für eine gleichberechtigte Zukunft einsetzen – wie zum Beispiel Stevie Schmiedel, die Initiatorin von Pinkstinks Germany e.V., die sich gegen stereotype Geschlechterrollen und Sexismus in der Werbung einsetzt oder Kübra Gümüşay, Jessica Louis und Onejiru Arfmann – die aktuell ein Female Co-creation Space in Hamburg aufbauen, der visionäre Frauen international vernetzt.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.