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Fat-Shaming: Neue Studie: Wir haben immer mehr Vorurteile gegenüber Dicken

Eine Studie der Harvard Universität zeigt: Vorurteile gegenüber Übergewichtigen sind in den vergangenen 20 Jahren eklatant gestiegen. Zeit, über Body-Positivity zu sprechen, findet unsere Autorin.

Dicke Frau in Unterwäsche

Laut der Harvard Studie stieg 2016 die Präferenz von dünnen Menschen von 75 Prozent auf 81 Prozent.

Getty Images

"Na, du hast aber zugenommen", sagt meine Tante an einem schönen Sommertag zu mir, und meine gute Laune ist sofort im Keller. Warum sprechen wir andere Menschen auf ihr Körpergewicht an? Egal, wie nah wir ihnen stehen, das ist nicht richtig. Zum Glück hat sie nicht noch hinzugefügt "Ernährst du dich schlecht? Machst du keinen Sport? Bist du etwas faul geworden?". Aber gedacht hat sie es bestimmt. Eine neue Studie der Harvard Universität bekräftigt meine Vermutung. Über einen Zeitraum von 20 Jahren wurden die gleichen Probanden immer wieder zu ihren Assoziationen zu Alter, Behinderung, Körpergewicht, Ethnie, Hautfarbe und Sexualität befragt. 

Vorurteile gegenüber Körpergewicht steigen um 40 Prozent

Das Ergebnis schockiert: Zwischen 2004 und 2010 nahmen Vorurteile gegenüber dem Körpergewicht um 40 Prozent zu! Übergewichtige sind sogar die einzige soziale Gruppe in der Studie, bei der die Vorurteile zugenommen haben.

Dabei sollte gerade das Körpergewicht, das durch Body-Positivity-Bewegungen momentan in aller Munde ist, doch auch in den USA nicht so schlecht abschneiden? Überall wird propagiert, dass wir unsere Köper so lieben sollen wie sie sind. Stichwort: Big is beautiful. Gleichzeitig gab es in den vergangenen Jahren einen riesigen Fitness-Hype und wer nicht darauf aufgesprungen ist, wurde und wird mit Fat-Shaming bestraft.

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass die Amerikaner tendenziell auch übergewichtiger sind als wir Deutschen, die ernähren sich ungesund und treiben kaum Sport. Und schon sind wir genau in diesen Vorurteilen drin. Auch viele in Deutschland gehen erst einmal davon aus, dass Menschen, die nicht die Idealmaße besitzen, ungesund sind, sich schlecht ernähren, sich jeden Tag eine Tiefkühlpizza reinballern und sowieso nie Sport machen. Aber warum nehmen gerade Vorurteile gegenüber unseren Körpern zu?

Wer ist daran Schuld?

Sind es Influencer auf Instagram, die zeigen, wie wunderschön sie mit ihren makellosen Körpern posieren? Ist eine Kim Kardashian, die kein Gramm Fett am falschen Platz hat, Schuld daran? Warum und wie diese Veränderungen stattgefunden haben ist auch den Wissenschaftlern nicht ganz klar, wie Tessa Charlesworth, Erstautorin der Studie, in einem Interview sagte: "Wir können nur spekulieren: Körpergewicht wurde viel diskutiert, jedoch in einem negativen Licht. [...] Außerdem sprechen wir typischerweise bei Körpergewicht über etwas, das wir kontrollieren können und deshalb fällen wir schneller ein moralisches Urteil." Das Beantworten dieser Fragen sei jedoch extrem wichtig, um in Zukunft auf mehr Gerechtigkeit gegenüber Übergewichtigen hinzuarbeiten.

33 Prozent weniger Voreingenommenheit gegenüber Sexualität

Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Die Studie belegt wissenschaftlich auch, dass es tatsächlich möglich ist, tiefsitzende Vorurteile zu ändern. Zuvor gingen Wissenschaftler davon aus, dass implizite, also den Menschen nicht direkt bewusste, tiefsitzende Vorurteile nicht zu ändern sind. Jetzt steht fest: Es ist möglich. Vor allem die gegenüber sexuellen Neigungen haben stark abgenommen. Rund 33 Prozent in den vergangenen zehn Jahren, um genau zu sein. Auch hier haben sich die Wissenschaftler gefragt, warum sich genau dieser Bereich so stark verändert hat. Dabei ist ihnen aufgefallen, dass nicht nur wir Millennials diese Veränderung bewirkt haben; das Ablegen der Voreingenommenheit gegenüber Sexualität zieht sich durch alle demographischen Gruppen. Ähnlich positiv, nur etwas langsamer entwickelt sich die Einstellung der Befragten zur Ethnie und Hautfarbe.

Was ist also der Unterschied zwischen Themen wie Sexualität und Hautfarbe, die sich positiv entwickeln und Vorurteilen gegenüber unseren Körpern? Ist es wirklich wie von Charlesworth spekuliert, der Fakt, dass unser Körpergewicht etwas Veränderbares ist und es deshalb einfach ist, ein moralisches Urteil darüber zu fällen?  Oder ist die Body-Positivity-Debatte noch nicht in allen Gesellschaftsschichten angekommen? Die Antworten auf diese Fragen zu finden, steht bei Charlesworth und ihrem Team auf der Agenda.

So oder so kann eine offene Diskussion darüber nicht schaden: Also lasst uns mehr über Body-Positivity reden und Vorurteile aus der Welt räumen! #loveyourself

Body Positivity: Curvy Model: Warum mir dieses Vorher-Nachher-Foto meinen größten Shitstorm einbrachte

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.