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"Schikane": Verwaltung will schwules Paar zwingen, Regenbogenfahne abzuhängen – doch das gibt nicht nach

Als ein schwules Paar aus dem US-Bundesstaat Wisconsin die Nachricht bekam, es müsste entweder ausziehen oder seine Regenbogenflagge entfernen, war es schockiert – nicht zuletzt, weil die Wohnanlage voll von Flaggen ist.

Regenbogenflagge

Die Regenbogenflagge steht seit Jahrzehnten für Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz

Unsplash

Die Regenbogenflagge ist ein Symbol der Freiheit, des Friedens, der Toleranz, der Akzeptanz und der Liebe – und somit das perfekte Symbol für die LGBTQ-Community. Doch ein Paar aus dem US-Bundesstaat Wisconsin wurde nun mit jemandem konfrontiert, der die Sache mit der Toleranz und der Akzeptanz offensichtlich nicht wirklich verstanden hat.

Seit knapp sechs Jahren leben Kevin Kollmann und Merle Malterer bereits in ihrem Apartment in Oak Creek und sind dort eigentlich glücklich. Doch dann erhielten sie vor wenigen Tagen, aus dem Nichts, Post von der Verwaltung. In dem Brief, der dem US-Nachrichtensender NBC NEWS vorliegt, stand, dass das Paar mit dem Aufhängen der Flagge gegen die vertraglich festgelegten Regeln verstoßen habe und nun fünf Tage Zeit habe, die Flagge entweder abzuhängen oder auszuziehen: "Anwohner dürfen das Grundstück ohne ausdrückliche Erlaubnis des Vermieters nicht verändern, neu dekorieren […] oder irgendetwas befestigen, was das Aussehen des Gebäudes grundlegend verändert."

Besitzer der Regenbogenfahne: "Auf mich wirkt das wie selektive Schikane"

In einem Facebook-Post schreibt Kollmann daraufhin, er habe zuvor bereits einmal Ärger bekommen, weil er eine Flagge des Football-Teams "Green Bay Packers" aufgehängt hatte: "Sie sagten, das sei Werbung und auf ihren Grundstücken nicht erlaubt. Also hingen wir unsere Regenbogenflagge auf und haben auf einmal diesen Brief in der Post." Besonders absurd: Überall auf der Wohnanlage, in der auch die beiden Männer wohnen, sind Flaggen zu finden: Amerikanische Flaggen, Polizeiflaggen – alles problemlos. Kollmann auf Facebook: "Auf mich wirkt das wie selektive Schikane."

Ok lgbt+++ community i need some help from you. It seems our landlord has overstepped a line and presented us with...

Gepostet von Kevin W. Kollmann am Mittwoch, 27. März 2019

Die Geschichte machte schnell die Runde. Zahlreiche Online-Nachrichten-Portale und Fernsehsender berichteten über das Paar. Und siehe da – wenige Tage später folgt ein zweiter Brief der Verwaltung, wie der Nachrichtensender "CBS58" berichtet. Man habe es sich noch einmal anders überlegt und würde die Kündigung zurückziehen: "Wir werden nicht weiter gegen Ihre Flagge vorgehen. Ihre Flagge kann bleiben." Stattdessen wolle man ein neues Regelwerk für die Wohnanlage entwerfen und würde sich freuen, wenn die beiden Männer dabei helfen würden: "Und zu guter Letzt wollen wir uns noch für das vergangene, gegenwärtige und zukünftige Mietverhältnis bedanken."

Geht doch.

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jgs