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"When They See Us": 1989 forderte Trump die Todesstrafe für fünf Unschuldige – entschuldigen will er sich nicht

Fünf Jugendliche werden 1989 zu Unrecht wegen Vergewaltigung verdächtigt. Mit einer rassistischen Kampagne fordert Donald Trump daraufhin damals in vier Zeitungsannoncen, die Todesstrafe wieder einzuführen. Trotzdem will er sich dafür heute nicht entschuldigen.

Donald Trump will sich nicht bei den "Central Park Five" entschuldigen

Schauspieler Caleel Harris (r.) spielt in der Miniserie "When They See Us" Anton McCray, einen der sogenannten Central Park Five

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Ende Mai veröffentlichte Netflix die Miniserie "When They See Us". Darin wird die Geschichte der sogenannten Central Park Five erzählt: fünf unschuldige afro-amerikanische und Latino-Jugendliche, die vor 30 Jahren für die Vergewaltigung einer Joggerin verurteilt worden sind. Die Veröffentlichung auf dem Streaming-Dienst hat in den USA mal wieder eine Rassismus-Debatte angestoßen.

Dabei steht nun auch Präsident Donald Trump im Fokus der Kritik. Trump, seinerzeit noch Immobilienunternehmer, forderte damals mit ganzseitigen Anzeigen in vier New Yorker Tageszeitungen die Todesstrafe für die Täter, ohne deren Namen zu nennen. 85 000 Dollar soll er laut Medienberichten für die Zeitungsannoncen ausgegeben haben. Darin schrieb er unter anderem: "Ich möchte diese Räuber und Mörder hassen dürfen. Sie müssen leiden – und wenn sie töten, dann müssen sie wegen ihrer Verbrechen hingerichtet werden."

Donald Trump will sich nicht entschuldigen

Am Dienstag fragte ihn nun eine Reporterin auf dem Rasen vorm Weißen Haus, ob ihm die Anzeige von damals inzwischen leid tun würde. Doch entschuldigen wollte sich Trump offenbar nicht. Stattdessen sagte er, dass es damals "Leute auf beiden Seiten" gegeben habe – und dass die fünf Jungs sich für schuldig bekannt hätten. "Wenn Sie sich Linda Fairstein (die damalige New Yorker Staatsanwältin, Anm. d. Red.) und einige der Staatsanwälte anschauen, denken sie, dass die Stadt diesen Fall niemals hätte regeln dürfen – also belassen wir es dabei", fügte Trump hinzu.

Schon im Präsidentschaftswahlkampf 2016 hatte Donald Trump die fünf Männer für schuldig erklärt. Dabei hatten diese sich 2014 mit der Stadt New York auf eine Entschädigungssumme in Rekordhöhe von 41 Millionen US-Dollar geeignet. Das Urteil bezeichnete Trump damals als "Schande".

"Trump hat ein Kopfgeld auf uns ausgesetzt"

Dass die Verachtung auf Gegenseitigkeit beruht, machte Yusef Salaam, eines der Justizopfer, bei einem Empfang der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) Anfang Juni deutlich. Dort griff er den US-Präsidenten in seiner Rede hart an. "Als Trump in ganzseitigen Anzeigen in New Yorker Zeitungen unsere Hinrichtung forderte, hat er ein Kopfgeld auf uns ausgesetzt."

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Quellen: Twitter / New York Times / Tagesspiegel / Süddeutsche Zeitung