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Fridays for Future : Ein Jahr Greta-Hype: So berichteten die Zeitungen am ersten Tag ihres Protests

Vor genau einem Jahr demonstrierte Greta Thunberg zum ersten Mal vor dem Parlament in Stockholm für den Klimaschutz. Am 20. August 2018 konnte sich kaum jemand vorstellen, was die heute 16-Jährige mit ihrer "Fridays for Future"-Bewegung auslösen würde. Ein Blick auf die ersten Schlagzeilen über sie – und was seither geschehen ist.

Greta Thunberg in schwedischen Zeitungsberichten

Vor einem Jahr fand Greta Thunberg nur in den schwedischen Zeitungen Gehör - das sollte sich schnell ändern. 

Die einen sehen in Greta Thunberg niemand Geringeren als den weiblichen Messias (und manch einer mag sich wundern – wie Micky Beisenherz in seiner aktuellen stern.de-Kolumne treffend feststellt –, dass sie noch nicht übers Wasser gehen kann, sondern derzeit im Schiff über den Atlantik fährt). Die anderen fühlen sich in ihrer ganzen Lebensweise derart angegriffen von dem Mädchen, dass sie sich "Fuck you, Greta"-Sticker über den Auspuff ihres Vorstadt-SUV kleben.

Innerhalb eines Jahres ist die 16-jährige Schwedin Greta zum Phänomen geworden. Sie ist Identifikationsfigur und Feindbild in einem. Sie steht für Aufbruch, für Umbruch, für Umdenken. Viele Menschen lieben sie dafür. Und anderen passt es wenig überraschend gar nicht, dass ein Teenager mit Zöpfen ihnen auf einmal empfiehlt, lieber ein, zwei Discounter-Steaks weniger auf den Grill zu hauen und nicht alle drei Monate nach Malle zu jetten.

20.August 2018: Als Gretas Geschichte begann

Ob Fan oder Hater – sie alle sprechen über Greta und ihre "Fridays for Future"-Bewegung. Heute vor genau einem Jahr stand die junge Schwedin das allererste Mal mit ihrem selbst gebastelten Schild vor dem Parlament ihres Heimatlandes. Hätte ihr damals jemand gesagt, sie würde nur ein Jahr später als Anwärterin für den Friedensnobelpreis gelten, und Millionen Menschen würden ihre Atlantiküberquerung verfolgen, sie hätte diesen Menschen vermutlich ausgelacht.

Ein Blick auf den 20. August 2018:

Es ist der erste Schultag nach den Ferien. Gretas Schulkameraden sitzen in ihren Bänken, nur sie ist nicht da. Auf Twitter und Instagram veröffentlicht sie ein Bild von sich vor dem Parlament in Stockholm und schreibt, sie werde bis zum Wahltag für das Klima kämpfen, denn die Erwachsenen scherten sich offenkundig nicht um ihre Zukunft. "Schulstreik fürs Klima" steht auf dem Schild, das neben ihr an der Mauer lehnt.

Die damals noch 15-Jährige bleibt nicht lange unbeachtet. Nach einigen Stunden erscheinen die ersten Berichte über die Schulstreikerin in schwedischen Tageszeitungen.

"Greta, 15, Klimastreikerin", schreibt "Stockholm Direkt".

"Expressen" zitiert die junge Schwedin mit den Worten: "Sonst macht ja niemand etwas. Es ist meine moralische Pflicht, zu tun, was ich kann."

Der Zeitung "Aftonbladet" gibt Greta ihr wohl erstes Videointerview.

Von da an geht alles sehr schnell. Am 1. September veröffentlicht der britische "Guardian" einen großen Artikel über Greta, den sie auf ihrem Instagram-Kanal verlinkt:

Eine Woche später kündigt sie an, ihren Streik fortzusetzen und ab jetzt jeden Freitag vor dem Parlament zu demonstrieren. Auf Instagram ruft sie andere junge Menschen dazu auf, sich ihr anzuschließen. #FridaysforFuture ist geboren.

Greta auf dem "Time"-Cover und auf dem Atlantik

Im Dezember spricht die Klimaschützerin auf dem UN-Klimagipfel in Kattowitz, kurz darauf beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die ersten großen Demos in Deutschland finden statt. In mehr als zehn Städten schwänzen Schülerinnen und Schüler die Schule, um für mehr Klimaschutz zu protestieren, darunter Berlin, Hamburg und Köln.

Am 15. März kommt es es zum ersten Mal in der Geschichte zum globalen Kilmastreik. In über 100 Ländern gehen vor allem junge Menschen auf die Straße. Allein in Deutschland gibt es laut Angaben der Fridays-for-Future-Aktivisten Aktionen in mehr als 200 Städten. In seiner Mai-Ausgabe zeigt das "Time"-Magazine Greta auf seinem Cover und führt sie als eine der 100 einflussreichsten Personen des Jahres 2019 auf.

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I’m on the cover of @TIME Magazine. Link in bio!

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Am 14. August besteigt Greta in Plymouth ein Segelschiff in Richtung Amerika. Sie will zum UN-Klimagipfel nach New York und danach weiter zur UN-Klimakonferenz in Santiago de Chile. (Die Kollegen von stern und RTL begleiten Gretas Überfahrt live. Im Tagebuch könnt ihr alles dazu lesen.) Wie klimaneutral das ausgehen wird, ist noch unklar (die Crew des Schiffs wird wohl mit dem Flugzeug zurückreisen). Eines aber ist klar: Es wird bestimmt nicht ihre letzte Aktion gewesen sein, die für hitzige Diskussionen sorgt.

Quellen: Guardian, Stockholm Direkt, Aftonbladet, ExpressenTwitter, Instagram

lko