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"MS Deutschland"-Kapitän nach neuem Streit entlassen

Der Kapitän der als ZDF-"Traumschiff" bekannten "MS Deutschland", Andreas Jungblut, ist entlassen worden.

Der Kapitän der als ZDF-"Traumschiff" bekannten "MS Deutschland", Andreas Jungblut, ist entlassen worden. "Grund sind wiederholte Fälle von illoyalem Verhalten und Vertrauensbruch gegenüber der Reederei", teilte das Unternehmen Deilmann in Neustadt mit. Jungblut hatte sich in der Öffentlichkeit mehrfach kritisch über die Reederei geäußert.

Im Sommer stand Jungblut im Zentrum einer heftigen Kontroverse um die Ausflaggung des unter deutscher Flagge fahrenden "MS Deutschland". Er hatte sich insbesondere über die "Bild"-Zeitung an die Öffentlichkeit gewandt und seinen Arbeitgeber im Namen der Mannschaft scharf kritisiert. Nach tagelangen öffentlichen Debatten hatte Deilmann dem massiven Druck nachgegeben und auf die mit Kostendruck begründete Ausflaggung des Kreuzfahrtschiffs verzichtet.

Vor wenigen Tagen hatte sich Jungblut erneut via "Bild"-Zeitung zu Wort gemeldet und erklärt, die Reederei wolle die "MS Deutschland" ins Ausland verkaufen. Deilmann-Geschäftsführer Konstantin Bissias wies dies am Montagabend zurück. Die Reederei arbeite mit Unterstützung der Politik an einem Zwei-Jahres-Plan, der den Verbleib des Schiffes unter deutscher Flagge sichern solle. Die "MS Deutschland" ist das letzte hierzulande gelistete Kreuzfahrtschiff. Bekannt wurde sie als Drehort der ZDF-Serie "Traumschiff". Die Traditionsreederei Deilmann gehört seit 2010 dem Finanzinvestor Aurelius.

Jungsbluts neuerliche öffentliche Positionierung war nun offenbar der Grund für seine Entlassung. Bissias erklärte, Deilmann habe sich nach den Konflikten im Sommer "sehr darum bemüht, wieder auf Kapitän Jungblut zuzugehen". Nachdem es zu neuen Vertrauensbrüchen gekommen sei, habe man aber entschieden, sich von ihm zu trennen. Neuer Kapitän auf der "MS Deutschland" wird Elmar Mühlebach.

AFP / AFP
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