Anfang der Woche war Min Aung Hlaing bereits zum Vizepräsidenten gewählt worden, was als Voraussetzung gilt, um später zum Präsidenten gewählt zu werden. Zudem wurde er als Oberbefehlshaber des Militärs abgelöst. Als neuer Oberbefehlshaber wurde am Montag der frühere Geheimdienstchef Ye Win Oo eingesetzt.
Die Armee hatte sich unter der Führung des Junta-Chefs 2021 zurück an die Macht geputscht und die im Jahr zuvor mit großer Mehrheit gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt. In einem von Menschenrechtsorganisationen als Schauprozess verurteilten Verfahren wurde Suu Kyi zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Militärputsch löste einen Bürgerkrieg aus, der bis heute andauert.
Nach fünf Jahren Militärherrschaft hatte die Junta im Dezember und Januar eine Parlamentswahl organisiert und diese als Rückkehr zur Demokratie dargestellt. Bei der Ende Januar abgeschlossenen und von Oppositionellen massiv kritisierten Wahl hatte die juntanahe Partei USDP eine Mehrheit von mehr als 80 Prozent der Sitze erhalten.