Bräuche
Was Eier, Hasen und Feuer mit Ostern zu tun haben

Osterbräuche: Osterfeuer
Vielerorts gibt es zu den Osterfeiertagen das jährliche Osterfeuer (Symbolbild)
© Westend61 / Getty Images
An Ostern gehören bestimmte Symbole und Traditionen einfach dazu. Warum das so ist, wissen selbst viele Menschen nicht, die das Fest feiern. Über den Ursprung der Bräuche.

Ostern ist das wichtigste Fest im Christentum, Gläubige weltweit feiern die Auferstehung Jesu. Neben Gottesdiensten und dem „Urbi et Orbi“-Segen des Papstes gehören für viele Menschen aber auch Ostereier, der Osterhase und das Osterfeuer zu den Feierlichkeiten.

„Kulturelle Prägung, religiöse Deutung und die Entwicklung von Brauchtum gehen Hand in Hand“, sagt die Theologin Diana Freyer dem „National Geographic“. Ostern stehe dabei in enger Verbindung mit dem Frühling, die Symbole des Festes für Neubeginn und Fruchtbarkeit. Was hinter den einzelnen Traditionen steckt:

Osterei

Im Christentum steht das Ei für den Tod und die Auferstehung. Es ist einerseits verschlossen wie das Grab, doch im Inneren ist es lebendig. Am Ostermorgen wird es daher seit den ersten Jahrhunderten nach Christus verschenkt. Das Ei war einst rot gefärbt, um das Blut Jesu zu symbolisieren.

Später kamen auch andere Farben hinzu, vermutlich im Mittelalter. Während der vorösterlichen Fastenzeit war es Gläubigen verboten, Eier zu essen. Sie wurden also gekocht und aufbewahrt. Bauern brachten einen Teil der angesammelten Eier als Naturalzins zu ihren Lehnsherren, wie der NDR erklärt. Der Rest sei an die Kirche gegangen und habe den Eiersegen „benedictio ovorum“ erhalten. Um sie unterscheiden zu können, seien die gesegneten Eier bunt gefärbt worden.

Der Brauch hat seinen Ursprung wohl im 17. Jahrhundert im Elsass – und besteht noch heute. Das Verstecken und Suchen der Eier hat hingegen nichts mit der Kirche zu tun, es basiert vermutlich auf dem nachempfundenen Verhalten von Hühnern.

Osterhase

Hasen standen schon in der Antike für Fruchtbarkeit. Denn sie gehören zu den ersten Tieren, die im Frühling Nachwuchs bekommen. Laut NDR galten sie zudem als Boten der germanischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostara, wovon möglicherweise der Name Ostern abstammt.

Ein biblisches Tier ist der Hase nicht, doch eine weitere Theorie besagt, dass er für Jesus Christus steht. Der Hase hat keine Augenlider und schläft mit offenen Augen. Das passt zu Jesus, der nach christlichem Glauben selbst durch den Tod nicht „einschlief“.

Der Hase als Eierbringer zu Ostern taucht erstmals im 17. Jahrhundert im protestantischen Brauchtum auf, vorwiegend im Elsass und in der Pfalz. Bis die Tradition sich in ganz Deutschland verbreitete, dauerte es noch bis ins 19. Jahrhundert.

Osterlamm

Ursprünglich stammt das Symbol des Osterlamms aus dem Judentum. Zum jüdischen Pessachfest – auf dem das christliche Osterfest basiert – war es üblich, Lämmer zu schlachten und zu essen. Damit gedachte man der Befreiung des eigenen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten.

Das Lamm wurde im Christentum also als Symbol adaptiert, es steht unter anderem für Reinheit und Frieden. Heute gibt es eine tierfreundlichere Alternative zur Schlachtung: Viele Familien backen Kuchen in Form eines Osterlamms.

Auch beim Lamm gibt es wieder eine Verbindung zu Jesus von Nazareth: Er wird in der Bibel vereinzelt das „Lamm Gottes“ genannt, da er sich nach christlichem Glauben opferte und für die Sünden der Menschen am Kreuz starb.

Osterfeuer

Beim Osterfeuer wird ein heidnischer zum christlichen Brauch: Schon bevor das Christentum entstand, war es bei den alten Germanen üblich, Feuer im Frühling zu entzünden. Der symbolische Akt diente dazu, die bösen Wintergeister zu vertreiben und die Rückkehr der Natur bzw. des Frühlings zu begrüßen. Dabei steht das Feuer für die Sonne sowie das Licht, das über die Dunkelheit siegt. Die Kirche übernahm den Brauch, um Jesu Sieg über den Tod und die Auferstehung zu symbolisieren. Jesus wird in der Bibel auch das „Licht der Welt“ genannt.

Belegt sind Feuer zu Ostern seit dem achten Jahrhundert: In einem Briefwechsel aus dem Jahr 751 zwischen dem Missionar Bonifatius und Papst Zacharias geht es um das Pessachfeuer, das der Papst damals noch als unchristlich abtat – eine Einschätzung, die die Kirche später ändern sollte.