Selbst für die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) ist ein Einsatz wie derzeit in Görlitz nicht alltäglich. Dass ein Haus einstürze oder explodiere, indem sich zu diesem Zeitpunkt noch Menschen befinden, komme in Deutschland nicht häufig vor, sagt Michael Kretz, Sprecher des THW in Bonn.
Entsprechend sei bereits jetzt ein sogenanntes Einsatznachsorgeteam des THW in Görlitz vor Ort, um die Einsatzkräfte dort zu betreuen. Diese führen auch bereits in der Grundausbildung entsprechende Schulungen zu Einsätzen in Extremsituationen durch, wie Kretz erzählt. "Es ist so, dass dieses Thema "belastende Situationen für Einsatzkräfte" beim THW seit einigen Jahren einen hohen Stellenwert hat".
So könnten sich Betroffene nach einem Einsatz jederzeit selbst an ein Einsatznachsorgeteam wenden, oder aber es wird bei einem entsprechenden Einsatz wie jetzt in Görlitz mitgeschickt. Bei solchen Einsätzen gehört es laut Kretz auch zum Standardverfahren beim THW, "dass die Leute sich dann auch nochmal zusammensetzen", um sich auszutauschen und das erlebte zu verarbeiten.
Wie lange einzelne Einsatzkräfte vor Ort im Einsatz sind, bevor sie dann möglicherweise abgelöst werden, werde "immer individuell entschieden". Es sei auch sehr individuell, wie die einzelnen Menschen das Erlebte verarbeiten. "Die Leute sind ja ehrenamtliche Einsatzkräfte, die gehen dann wieder ihrem normalen Beruf nach, in ein normales Familienleben. Und dann kann es natürlich schon sein, dass sie diese Eindrücke, die halt nicht alltäglich sind, sie dann im Nachgang einfach belasten und beschäftigen", sagt Kretz.