Rund 24 Stunden nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in Görlitz können erste Anwohner wieder in ihre Häuser zurückkehren. Eine Rückkehr sei Menschen aus den weiter von der Unfallstelle entfernten Häusern erlaubt worden, sie hätten jedoch kein warmes Wasser, erklärte die Polizei. Die unmittelbar angrenzenden Häuser blieben weiterhin gesperrt.
Das Gründerzeithaus nahe dem Görlitzer Bahnhof war am frühen Montagabend eingestürzt. Auch einen Tag später werden noch drei Menschen vermisst. Die Suche nach ihnen läuft auf Hochtouren, wird aber dadurch erschwert, dass unter den Trümmern möglicherweise Gas austritt. Nach Angaben der Polizei muss deshalb sehr vorsichtig gearbeitet werden. Dennoch konnten am Dienstag ein Kran und ein Bagger eingesetzt werden, die Balken und Geröll entfernten.
Außerdem hatten Mitarbeitende der Stadtwerke damit angefangen, die Straße aufzufräsen, um auf diesem Wege an die Gaszufuhr zu kommen. Die Stadtwerke hatten am Dienstagnachmittag erklärt, die Gaszufuhr im betroffenen Bereich abgestellt zu haben. Das änderte jedoch einer Polizeisprecherin nach nichts an der schwierigen Einsatzlage vor Ort.
Zahl möglicher Opfer weiter unklar
Neben einigen Kräften von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren auch Hunde vor Ort, die bei Bedarf eingesetzt werden sollten. Vermisst werden noch zwei rumänische Touristinnen im Alter von 25 und 26 Jahren und ein 48 Jahre alter Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit, der sich aus beruflichen Gründen in Görlitz aufgehalten hatte. Zwei der ursprünglich fünf Vermissten waren kurz nach Mitternacht aufgetaucht - die beiden Feriengäste waren noch auf der Anreise. In dem eingestürzten Haus befanden sich nach Angaben der Polizei Miet- und Ferienwohnungen.
Nach Angaben der Polizei soll die Vermisstensuche auch in der nächsten Nacht fortgesetzt werden. Nach Angaben einer Feuerwehrsprecherin muss wegen des Verdachts einer Gasexplosion auch immer damit gerechnet werden, dass einzelne Körperteile gefunden werden. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der Opfer steigt, da zunächst unklar war, ob sich zum Zeitpunkt des Einsturzes Menschen auf dem Gehweg befanden.