Hantavirus-Ausbruch: Biologen sammlen in Ushuaia Proben von Nagetieren für Tests

Wissenschaftler in Ushuaia
Wissenschaftler in Ushuaia
© AFP

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Auf der Suche nach dem Ursprung des Hantavirus-Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" haben argentinische Wissenschaftler in den Wäldern um den Urlaubsort Ushuaia Proben von Nagetieren eingesammelt. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten am Dienstag, wie mit Handschuhen und Schutzmasken ausgestattete Biologen des Malbran-Instituts, Argentiniens führender Forschungseinrichtung für Infektionskrankheiten, Tiere aus dutzenden Fallen entnahmen. Die Fallen hatten sie am Tag zuvor aufgestellt. 

Die Experten prüfen, ob an dem Startpunkt der Reise der "Hondius" Nagetiere vorkommen, die das Hantavirus übertragen haben könnten. Die Blut- und Gewebeproben der Tiere sollen am Sitz des Malbran-Instituts in Buenos Aires untersucht werden. Die Wissenschaftler wollten sich am Dienstag nicht zu ihrer Arbeit äußern, laut einem Vertreter der örtlichen Gesundheitsbehörden funktionierten aber "die Fallen sehr gut". 

Die argentinischen Wissenschaftler werden eine Woche lang weiterhin jede Nacht bis zu 150 Fallen aufstellen. Bis die Ergebnisse vorliegen, kann es bis zu einem Monat dauern.

Der Urlaubsort Ushuaia in Feuerland im Süden Argentiniens verteidigt sich vehement gegen den Vorwurf, dass der Hantavirus-Ausbruch dort seinen Ursprung gehabt haben könnte. Örtlichen Behörden zufolge ist das Hantavirus seit 30 Jahren nicht mehr dort aufgetreten. Auch ist die Langschwanzratte, die den von Mensch zu Mensch übertragbaren Hantavirus-Stamm Andes überträgt, den Angaben zufolge in der Region nicht mehr verbreitet. Wissenschaftler sind sich indes uneins, ob es nicht auch eine Unterart sein könnte, die das Virus verbreitet.

Die Langschwanzratte ist sechs bis acht Zentimeter groß und hat einen bis zu 15 Zentimeter langen Schwanz. Sie ist nachtaktiv und ernährt sich von Früchten und Samen. 

An Bord der "Hondius" war es während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen. Drei Passagiere starben: ein niederländisches Ehepaar und eine Deutsche. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, bei dem dritten Todesopfer gilt eine Hantavirus-Infektion nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich.

AFP